Mittwoch, 30. Dezember 2009

Unialltag und ein bisschen Abwechslung

So Leute,

die ersten Tage hier in Istanbul haben mir den Alltag wieder vor Augen geführt. Heißt, ich durfte und darf weiterhin jede Menge wiederholen, was ich in der Uni verpasst habe. Zudem muss ich unnötigerweise noch ein Projekt mit Präsentation vorbereiten, bevor Mitte bis Ende Januar unsere finalen Klausuren stattfinden. Die meisten Erasmusstudenten befinden sich zudem noch in den Ferien und werden erst nächste Woche wieder aufkreuzen.

Stimmung ist dementsprechend eher mittelprächtig. Zudem waren die Tage zuhause, die ich sehr genossen habe, eindeutig zu kurz.

Heute gings allerdings bei strahlendem Sonnenschein und definitiv mehr als 15 Grad nach der Vorlesung mal raus, auf den kleinen Berg oder Hügel, den Istanbul zu bieten hat. Ca 260 m hoch bietet er eine hervorragende Aussicht über die Stadt und darüber hinaus. Auf dem Berg befindet sich ein kleiner Park mit Pinienhain und unendlich viele (Handy?-, Fernseh?-, Rundfunk?-) Sendemasten. Die Bilder werde ich euch nicht langvorenthalten.

Morgen wirds zu Silvester eine feine Gaudi auf einem Boot auf dem Bosporus geben. Mal sehen, was Istanbul und die Bar an Bord so zu bieten haben.

Die nächsten Woche werden lernreich und danach nahen die Verabschiedungen von all den Leuten, die nach einem Semester wieder nach Haus fliegen werden.

P.S.: Auf dem Flug von Deutschland nach Istanbul habe ich es endlich mal geschafft die Tatsache des kostenlosen Alkohols an Bord zu nutzen und den Wein, den Whiskey und das Bier probiert. Letzteres war am Besten, der Rest nichts besonderes...

Montag, 28. Dezember 2009

Auflösung

Die Zugfahrt von Istanbul nach Neheim habe ich nicht allein unternommen, wie man anhand der letzten Einträge glauben könnte, sondern mit Tobias.
Da dieser jedoch seine Eltern zu Weihnachten mit seiner Anwesenheit überraschen wollte, durfte ich vorher nichts verraten. Die Überraschung ist gelungen und die Fahrt war eine tolle Zeit.

Nun bin ich wieder heil in Istanbul, wo 15 Grad sind, aber leider auch Regen.

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Wien: Apfelstrudel, Symphoniker und Hundertwasser

Am ersten Abend war ich von Wien etwas enttäuscht: bereits um 19 Uhr hatte kein Supermarkt mehr offen, die Preise in Imbissen und Restaurants sind wirklich hoch und in den Kneipen rund um das Hostel war nichts los. Kino wollte ich mir nicht antun und so endete ich früh im Bett.
Am nächsten Morgen musste ich mich erst einmal warm einpacken um die -11 Grad Celsius auszuhalten. Da die Innenstadt vom Hostel aus fußläufig gut erreichbar ist, habe ich mich über das Museumsquartier und die Hofburg in die Innenstadt vorgearbeitet. Auch hier gab es jede Menge Weihnachtsmärkte, die mir jedoch nur als Kulisse für meine Fotos dienten. Etwas geschockt war ich vom Stephansdom. Nicht, weil dieser so hässlich wäre, sondern weil man allen Ernstes 12 Euro bezahlen sollte, um die Krypta und den Turm zu besuchen. Auch das Mittelschiff durfte man nur nach Bezahlung betreten.
Weiter gings hiernach zunächst zum Rathaus und danach zum Schloss Belvedere.
Abends gelang dann noch ein Highlight, da ich mir die Wiener Symphoniker anhören durfte.

Der nächste Tag stand im Sinne der Museen. Zunächst habe ich mir jedoch das Schloss Schönbrunn und den Prater angeschaut. Letzterer ist derzeit leider geschlossen, nur das Riesenrad drehte einsam seine Runden.
Hiernach habe ich mich zum Hundertwasserhaus begeben und das zugehörige Kunstmuseum besucht, das neben der Hundertwasser-Dauerausstellung noch eine Wanderausstellung zu der Fotografin Annie Leibowitz zeigt.

Vorgestern ging es dann von Wien nach München, wo die Wärme des Föhnwindes schon fast unangenehm war und nur noch Schneereste übrig waren. Während des fünfstündigen Aufenthaltes habe ich mich bis zum Viktualienmarkt begeben, kurz in den Dom geschaut und den Turm der St.-Peter-Kirche bestiegen, wo sich ein toller Blick auf die Stadt erleben lässt. Zuguterletzt gab es dann im Augustinerkeller noch eine Maß.

Jetzt bin ich heil in Neheim angekommen und kann mich von den Strapazen der Reise erholen. Fünf Hauptstädte in zwölf Tagen waren eine anstrengende, aber auch tolle Erfahrung. Meine Aufnahmefähigkeit ist mittlerweile auch erschöpft. Ich freue mich auf das Weihnachtsfest, bevor es kurz vor Silvester wieder nach Istanbul zurückgeht.

Allen Mitlesern wünsche ich ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Sonntag, 20. Dezember 2009

Bratislava: die unerwartete Perle

Erstaunlicherweise hat mir Bratislava sehr gut gefallen, was vermutlich auch an meinen geringen Erwartungen lag. Die historische Innenstadt ist zwar klein, aber schön und mit Charme. Im Moment gibt es einen netten Weihnachtsmarkt, wo sich Touristen und Einheimische treffen. Leider wurde auch in Bratislava während der 70er Jahre ein großer Teil der Altstadt für eine Brücke und Schnellstraße zerstört, doch das Verbliebene lohnt sich: der Burgberg, eine große Kirche und das alte Stadthaus.
Außerhalb des Zentrums findet man viele Plattenbauten und weniger schöne Ecken. Auch mein Hotel war im Industriegebiet, jedoch mit der Tram gut erreichbar.
Am ersten Abend gings in die KGB-Kneipe - sehr empfehlenswert, da gut besucht, gute Stimmung und günstiges Bier (0,5 l für 1,10 €). Zudem habe ich dort das Nationalgericht der Slovakei gegessen - Bryndzové halušky: erinnert sehr an Kässpätzle.
Den zweiten Tag in Bratislava habe ich für einen Ausflug genutzt, da ich in der Stadt alle Sehenswürdigkeiten am ersten Tag abgehakt hatte. Mit dem Bus ging es in den Ort Devin, in dem es eine interessante Burgruine gibt. Auf der anderen Seite der Donau konnte man schon Österreich sehen...

Nun bin ich in Wien angekommen. Allerdings haben hier alle Geschäfte am Samstag bereits um 18 Uhr geschlossen und auch sonst ist hier nicht viel los. Mal sehen was das heutige Besichtigungsprogramm bringt.

Fotos aus Bratislava:
Bratislava

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Schönes Budapest

Budapest ist bisher von allen gesehenen Städten eindeutig die Schönste und Interessanteste. Nach der Burg in Buda und einer der Thermalquellen stand am zweiten Tag Pest auf dem Programm.
Es ging morgens um 10 Uhr mit einer Führung durch das Parlament los und einer weiteren Führung durch die Synagoge (zweitgrößte der Welt) weiter. Anschließend brauchte ich eine kleine Stärkung, bei der ich mich auf den Budget-Ratschlag des Lonely Planets gestützt habe, was gar nicht schlecht war. Allerdings nähert man sich hier preislich gesehen schon wieder Westeuropa an.
Hiernach bin ich über die Andrassy ut spaziert, mal wieder ein Boulevard, der der Champs Elysees nachempfunden wurde. Allerdings hat man die Franzosen überholt, da man mit der Metro drei Jahre früher fertig war und somit die erste Linie in Kontinentaleuropa für sich beanspruchen konnte.
Auf einem der vielen kleinen Weihnachtsmärkte gab es den ersten Glühwein. Hier sind viele, viele Touristen unterwegs und davon scheinbar die Mehrheit aus Österreich.

Heute nachmittag gehts weiter nach Bratislava. Die Stadt ist vergleichsweise klein und ich bin gespannt was man dort sehen kann. Danach drei Tage Wien, ein halber Tag München und dann werde ich hoffentlich zuhause sein.

Fotos aus Bukarest und Budapest:
Bukarest und Budapest

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Bu...Bu...Budapest

Am zweiten Tag in Bukarest habe ich mir noch den "Arcul de Triumph" angesehen. Erinnert nicht nur vom Namen her an Paris, sondern wurde auch nach dem französischen Vorbild gebaut. Genauso wie der Nordbahnhof hier und die Champs Elysees.

Dort in der Nähe befindet sich auch der wunderschöne Herastrau Park, mit einem großen See. Anschließend ging es nochmal zurück in den historischen Teil Bukarests und an den Platz der Revolution. Vom Haus der ehemaligen Staatssicherheit ist nach der Revolution nicht mehr viel stehengebliebe, man hat dann aber die Fassade stehengelassen und ein modernes Gebäude hineingebaut. Dort befindet sich ein Cafe, dessen Wände in schwarz-weiß Fotos Ausschnitte der Revolution zeigen.

Zum Glück war ich dann frühzeitig am Bahnhof, da ich fast den Zug verpasst hätte. Auf meiner Reiseverbindung stand eine andere Abfahrtszeit als auf der Reservierung. Zum Glück hat es dann funktioniert und es ging wieder im Schlafwagen (gleiches Modell wie von Sofia nach Bukarest) los. Diesmal gab es sogar einen Speisewagen, dessen Angebot jedoch spärlich und meine rumänischen Leis auch nicht mehr zahlreich waren.

Morgens war ich von der Verspätung von einer Stunde überrascht, habe dann aber die Zeitverschiebung entdeckt :)


Hier in Budapest musste ich erstmal den Schlüssel für mein gemietetes Apartment organisieren. Liegt sehr zentral und hat alles, was man braucht.
Dann gings ab nach Buda, dort habe ich den Burghügel erkundet, der einen guten Blick über Budapest offeriert und einige historische Gebäude.
Abends habe ich dann eine der Thermalquellen genossen und bin ins Szechenyi Bad gegangen. Das Gebäude wurde 1908 gebaut und besitzt einen großen Innenhof, auf dem sich drei große Schwimmbecken befinden. Diese sind echt heißt, was bei den Außentemperaturen zu einer Nebelwand führt. Zusätzlich gibts einige Saunen und jede Menge Massagestrahlen etc. War sehr entspannend...

Jetzt gehts gleich mal zum Parlament, für Fotos habe ich grad keine Zeit.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Sofia, Bukarest

Noch einige Nachträge zu Sofia, bevor ich über das nächste Reiseziel Bukarest berichte.

Ein Überbleibsel aus der sowjetischen Zeit sind Kiosks, deren Verkaufsfenster sich auf Knöchelhöhe befinden, man sich also zum Einkaufen erheblich bücken muss. Verkauft wird dort immer auch sehr günstiger Wodka, teilweise ist die Flasche ab 3 Euro erhältlich.
Die Stadt ist zugepflastert mit McDonalds, es gibt Stellen, wo sich um Umkreis von 200m drei verschiedene befinden. Ebenfalls auffällig ist die hohe Anzahl von deutschen Mercedes S-Klassen z.B. aus Bottrop oder Göttingen.
Außerhalb des engen Innenstadtrings gibt es auch in Sofia viele Bettenburgen sowjetischer Bauart, wie ich bei einem kurzen Abstecher in die Sofia Mall feststellen konnte.
Das Hostel hatte echt einen klasse Service: abends gibt es jeden Abend für jeden ein Bier und Pasta umsonst. Zudem immer wertvolle Tipps und Erklärungen. Nicht vergessen sollte man beispielsweise in der Tram ein Ticket für das Gepäck zu kaufen. Leider war ich zu dem Zeitpunkt noch viel zu krank um das geniale Abendessen wahrnehmen zu wollen. Mittlerweile bin ich aber über den Berg, konnte heute das erste Bier der Fahrt genießen und fühle mich voller Tatendrang.

Da man in Sofia ja so unerwartet schnell mit der Stadtbesichtigung fertig war und ich keine Lust auf eines der Museen hatte, habe ich mir glatt mal wieder die erste Halbzeit der Bundesliga-Konferenz angesehen.

Von Sofia ging es dann abends im Nachtzug weiter, diesmal ohne Kohlen, aber mit doch guter Heizung. Die Schlafwagenbegleiterin war diesmal weiblich, stank nicht nach Alkohol, sprach aber auch kaum Englisch. Sehr ärgerlich war aber, dass das Bett irgendetwas zwischen 185 und 190 cm in der Länge misst und man da als 195 cm große Person nicht besonders bequem schläft.

Zum Glück wurde ich zur Passkontrolle geweckt und konnte so die Überquerung der Donau bewundern, die an der Stelle echt breit ist. Die umgebende Landschaft war verschneit, was das Ganze noch eindrucksvoller machte. Leider hat sich die gewünschte Verspätung nicht eingestellt, so dass der Zug tatsächlich schon um 6 Uhr Bukarest erreichte. Zwei Stunden habe ich im McDonalds verbracht und mich in den Stadtführer eingelesen. Danach ging es mit einigen Umwegen zum Hotel, das unmittelbar neben dem Bahnhof liegt.

Bukarest ist erheblich mehr durch die Zeit des eisernen Vorhangs und der Diktatur unter Ceausescu geprägt als Sofia. Er hat in den 80ern ein komplettes Stadtviertel niederreißen lassen um das Casa Poporului zu bauen, das zweitgrößte Gebäude der Welt hinter dem Pentagon.

Ziemlich größenwahnsinnig das Ganze. Heute beherbergt es Parlament und Senat. In einer Führung habe ich einen Einblick in das prunkvolle Innere werfen können - allein die Stromrechnung soll pro Monat 300.000 € betragen. Im Inneren sind jede Menge Marmor, Mahagoni und Kristall verbaut worden.

Weiter gings über den Nachbau der Champs-Elysees (nur etwas breiter und länger), mit jeder Menge Springbrunnen in der Mitte bis zum zentralen Platz Piata Unirii, wo ich auf dem Weihnachtsmarkt Würstchen gegessen habe und nebenan im sowjetisch anmutenden Einkaufscenter gestöbert habe. Der kleine historische Stadtteil, der Ceausescus stadtplanerische Phase überlebt hat, ist wirklich nett anzusehen und beinhaltet viele sehenswerte kleine Kirchen.

Zudem ist die Uni nicht fern und von dort aus der Platz der Revolution. Einige wenige Einschusslöcher sind noch zu finden, ebenso einige Plattenbauten, es dominieren jedoch ältere Gebäude.

Insgesamt gefällt mir Bukarest besser als erwartet, da ich mehr mit sowjetischer Plattenbauarchitektur gerechnet hatte. Trotzdem ist schade, was an historischer Substanz zerstört wurde.

Das nächste Mal werde ich mich wohl aus Budapest melden. Der letzte Nachtzug wartet...


Fotos aus Sofia und Bukarest:

Sofia und Bukarest

Samstag, 12. Dezember 2009

Sofia: klein, aber fein

Ich muss sagen, dass man in Sofia wirklich alles Sehenswerte innerhalb einiger Stunden abhaken kann. Nach einem sehr guten Hostel-Frühstück habe ich heute den Spaziergang entlang der Sehenswürdigkeiten vollendet. Allenthalben sieht man Weihnachtsdeko, ganz im Gegensatz zu Istanbul.

In der Stadt erinnert nur wenig an die sowjetische Vergangenheit. Die Bausubstanz ist älter und schöner :) Natürlich gibt es einige sowjetische Denkmale, die jedoch in erbärmlichem Zustand sind.
Hauptattraktion Sofias ist die große Aleksander Nevsi Kirche, die beeindruckend, aber viel zu dunkel ist.

Interessant finde ich die offenherzige, sexuelle Werbung, die an jeder Straßenecke zu sehen ist. Das Land scheint also keineswegs prüde zu sein. Bei einigen Frauen, die man hier im Minirock bei ca 0 Grad sieht, frage ich mich auch, ob sie nicht gewisse Dienstleistungen offerieren.

Heute hat es hier geschneit, jedoch blieb der Schnee nicht liegen. Gleich gehts zum Bahnhof und dann mit dem Nachtzug nach Bukarest. Ich hoffe auf mindestens 90 Minuten Verspätung, da die planmäßige Ankunft viel zu früh um 05:44 Uhr ist.

Freitag, 11. Dezember 2009

Erste Erlebnisse in Sofia

Der Zug fuhr heute morgen mit nur! 90 minütiger Verspätung in Sofia ein. Dort hieß es erst einmal die kyrillischen Buchstaben verstehen, um die richtige Tram zu nehmen und jemanden suchen, der außer Russisch auch Englisch spricht. Dann gings zum Hostel: sehr freundliches Personal, es gab direkt Tee und eine kurze Einweisung in die Stadt. Bin in einem schönen Apartment untergebracht, das sehr schick eingerichtet ist und insgesamt vier Zimmer besitzt. Sofia ist überschaubar, alt und sehr westlich geprägt. Man kann alle Sehenswürdigkeiten in ca 3 Stunden erlaufen, die Hälfte davon habe ich heute erledigt, der Rest kommt morgen. Die Personen in der Innenstadt sind durchweg reich oder zumindest wohlhabend, die vorherrschenden Automarken sind Mercedes und BMW. Armut habe ich nur vom Zugfenster aus in den Dörfern gesehen.
Leider bin ich immer noch ziemlich angeschlagen, habe trotz 6 Grad, langer Unterhose, zwei Pullovern und Winterjacke gefroren. Der Stadtrundgang war trotzdem gut, wenn auch anstrengend. Nun ist es halb acht und ich fühle mich total erschlagen - werde nun schlafen. Hier einige erste Fotoeindrücke:

Sofia

Im Nachtzug in Bulgarien...

Die Heimreise ist ganz gut losgegangen. Gestern abend fuhr der Nachtzug pünktlich um 22 Uhr aus dem Bahnhof Sirkeci in Istanbul. Leider bin ich nicht 100%ig fit, habe aber wohl wenigstens das Fieber überstanden.
Der Schlafwagen stammt aus Görlitz (DDR Produktion) und wird mit einem Kohleofen beheizt. Die Abteile sind für jeweils für drei Personen ausgelegt (Stockbetten), etwas eng, aber doch komfortabel. Gegen halb vier wurden wir dann das erste Mal geweckt: Passkontrolle an der Grenze. Hierzu musste man aussteigen und sich einen Stempel abholen.
An der bulgarischen Grenze lief das Ganze für mich etwas bequemer ab, da die Beamten in den Zug gekommen sind. Kaum zu glauben, dass ich jetzt schon in der EU bin.
Nun ist es 8 Uhr morgens, es sieht draußen ziemlich trostlos und kalt aus.

Montag, 7. Dezember 2009

Das war Indien

Leider sind die kurzen 8 Tage nun vorbei, in denen ich unglaublich viele neue Eindrücke gewinnen konnte. Auf jeden Fall werde ich irgendwann noch einmal nach Indien zurückkommen, das Land ist wirklich reizvoll. Allerdings muss man sich an die Mentalität hier gewöhnen.
Umso mehr bewundere ich wie Isabell hier als blonde Frau allein zurechtkommt.

Heute Nacht bin ich von Chandigarh zum Flughafen in Delhi gereist, was wieder ein kleines Abenteuer war. In der Theorie einfach: Bus zum Flughafen nehmen - fertig.
In der Praxis sieht das so aus: Mittags zum Busterminal gefahren und erfahren, dass angeblich alle Deluxe-Busse ausgebucht sind. "Aber kommen Sie doch um 23 Uhr wieder, dann können Sie noch Plätze bekommen. - Nein, Reservierungen gibt es nicht."

Also das Taxi mal vorsorglich auf 21:45 bestellt. Um 22 Uhr angerufen und erfahren, dass die Reservierung nicht gespeichert wurde. Also etwas Druck gemacht und siehe da, das Taxi war um 22:20 da. Dann zum Busbahnhof, wo ein heilloses Chaos herrschte. Man fragt fünf Leute und bekommt fünf verschiedene Antworten, wo man sich anstellen muss, welche Busse es gibt und wieviele Plätze noch frei sind. Nach einigen schweißtreibenden Minuten habe ich dann ein Ticket (im wahrsten Sinne des Wortes) ergattert. Der Bus fuhr natürlich nicht zum Flughafen, sondern nur ins Zentrum Delhis. Mein Sitznachbar war sehr gesprächig und sehr Wikipedia-belesen und hat mir alle möglichen Fakten erzählt. Irgendwann habe ich dann aber zwei Stunden schlafen können. Durch Zufall habe ich einen Express-Bus erwischt, der statt fünf nur vier Stunden nach Delhi brauchte. Dort angekommen, wurde ich von Rikschafahrern umlagert, die mich am Liebsten in ihre Rikschas gezerrt hätten. Ich hatte mir jedoch ein Taxi vorgestellt und habe einen Mitreisenden danach gefragt. Er hat sich dann der Rikschafahrer angenommen und mir erklärt, dass mich einer zum Taxistand fahren würde. Kaum saß ich dann drin, wollte mir der Fahrer die Fahrt zum Flughafen zu einem unverschämten Preis aufschwatzen. Das habe ich mir nicht bieten lassen und wäre fast wieder ausgestiegen.
Nach einiger Verhandlung haben wir uns dann aber auf einen sehr vernünftigen Preis geeinigt. Trotzdem war ich jetzt im dunklen, dreckigen und smogreichen Delhi dem Fahrer ausgeliefert. Schnell habe ich die Entscheidung bereut nicht auf das Taxi bestanden zu haben, da wir durch echt einsame Gegenden gefahren sind. Im Endeffekt bin ich aber nach 45 Minuten heil am Terminal angekommen. Zwischenzeitlich habe ich noch einige Versuche abblocken müssen mich zu irgendeinem Hotel zu fahren.

Es war mittlerweile vier Uhr morgens - noch knapp 7 Stunden bis zum Flug. Leider kam ich aber nicht ins Terminal. Dort darf man nämlich erst 3 Stunden vor Abflug rein. Das haben mir die Soldaten mit den MGs schnell klargemacht. Es gibt gegenüber aber eine Visitors Lounge, in der ich dann mehr schlecht als recht noch etwas Schlaf gefunden habe (Tasche als Kopfkissen, Wertsachen in den Boxershorts...).
Im Endeffekt hat aber wohl alles gut geklappt - ich habe nur 23 statt der erlaubten 30 kg Gepäck und werde gleich noch einen einstündigen Zwischenstopp in Dubai haben. In Istanbul werde ich erstmal Wäsche waschen, da es Donnerstag ja schon auf die Zugreise gen Deutschland geht (Vorausgesetzt, es klappt alles mit den Tickets).

Samstag, 5. Dezember 2009

Dharamsala: Klein-Tibet in Indien

In den letzten Tagen waren wir wie angekündigt in Dharamsala: am Fuße einiger 4000m-Berge, die mit Schnee bedeckt waren.
Los ging es Mittwochnacht um 1 Uhr mit einer abenteuerlichen Tour. Für die Fahrt in das Exilquartier des Dalai Lama benötigt man normalerweise 7-8 Stunden, wir schafften es jedoch in 5. Nicht nur die Geschwindigkeit war beeindruckend, sondern auch die Tatsache, dass die Straßen ausschließlich aus Schlaglöchern zu bestehen scheinen und die Federung des Busses auch nicht mehr die Beste war. Also wurde man alle paar Minuten mal wieder einige cm aus dem Sitz geschleudert. Zum Glück war es Dunkel, so konnte man nur erahnen wie schmal die steilen Serpentinen waren, die der Bus in unglaublichem Tempo nahm. Der von uns gewählte "Deluxe"-Bus würde in Deutschland wohl keinen TÜV mehr bekommen...
Nach der anstregenden Fahrt, auf der ich nicht viel geschlafen habe, kamen wir um 6 Uhr beim Hotel an und haben noch einige Stunden Schlaf nachgeholt.

Dharamsala ist ein sehr kleiner Ort, der aus engen Gassen besteht, in denen sich Geschäft an Geschäft reiht. Die meisten verkaufen handgefertigte Schals, Mützen, handschuhe oder Socken. Zudem kann man tibetische Flaggen, Taschen und vieles mehr erwerben. In den Gassen spazieren viele buddhistische Mönche umher, ebenso viele Touristen und Volunteers, die hier unentgeltlich der tibetischen Exilbevölkerung helfen. Insgesamt wirkt es wenig indisch, mehr tibetisch. Scheinbar leben dort auch viele "Aussteiger" und "Althippies". Der Sitz des Dalai Lama ist sehr bescheiden und viel kann man nicht sehen. Allerdings gibt es einen sehr beeindruckenden Tempel und ein Tibet-Museum. Am zweiten Tag haben wir eine kleine Wanderung unternommen und im Nachbardorf den Wasserfall angesehen (siehe Fotos). Tibetisches Essen wie Thukpa (Nudeleintopf mit Gemüse) oder Momos (Gefüllte Teigtaschen) musste ebenfalls probiert werden.

In der letzten Nacht ging es dann wieder zurück, so dass wir heute morgen um 3 Uhr in Chandigarh waren. Heute abend steigt eine Abschiedsparty für eine der AIESEC-Praktikantinnen.

Hier sind einige Fotos aus Chandigarh und Dharamsala:

Indien Teil 3

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Der morbide Charme alternden Betons...

...findet sich in Chandigarh zur Genüge. Da die gesamte Stadt im Wesentlichen aus Beton gebaut wurde und zwar nun vor 50-60 Jahren, erkennt man so langsam die Alterungserscheinungen. Ich persönlich finde das hochspannend und bin ganz fasziniert von dem Gedanken, dass die gesamte Stadt geplant wurde und sich nicht von selbst entwickelt hat.

Gestern nachmittag war ich im City Museum und im Cultural Arts Museum, die beide ganz interessant sind. Fotoeindrücke seht ihr unten. Dann bin ich weiter zum Regierungsviertel (sowas wie die Landesregierung) gelaufen, durfte dort aber nicht hinein, da man eine Genehmigung benötigt. Hier im Stadtviertel war Gemüsemarkt, den ich mir angesehen habe. Viele der Obst- und Gemüsesorten kannte ich nicht, aber die Atmosphäre war nett. Erinnert sehr an türkische Märkte und Basare. Mit Ausnahme der Kuh natürlich, die von den Standbetreibern immer wieder verjagt wurde und dann doch ganz gemächlich wieder angelaufen kam.

Heute werde ich shoppen gehen und dann mit Isabell heute nacht nach Dharamshala fahren. Der Ort ist sehr bekannt, da die Exil-Regierung des Dalai Lama dort ihren Sitz hat. Beeindruckend soll vor allem die Landschaft sein, da man sich dort schon mitten im Himalayagebirge befindet. Wird bestimmt kalt...

Fotos der letzten beiden Tage:
Indien Teil 2


P.S.: Hier ist noch ein Link zu einem Video der ARD, das eine Zahnbehandlung in Indien zeigt. So etwas kann man hier wirklich beobachten.


ARD Dokumentation über einen Zahnarzt in Indien - MyVideo
(Nichts für sensible Menschen)

Dienstag, 1. Dezember 2009

Chandigarh: eine Musterstadt in Indien

Gestern in Chandigarh/Panchkula (ist der Nachbarort, in dem Isa wohnt) ist gleich mal der Riesenunterschied zu Delhi und scheinbar zum Rest Indiens aufgefallen: Die Stadt ist viel grüner, die Straßen breiter und überall ist viel Platz (die Häuser stehen nicht direkt an der Straße, sondern zurückgesetzt).

Isa wohnt mit ihren 7 Mitbewohnerinnen und einem Mitbewohner in einer ganz netten Wohnung. Trotzdem sind ganz schön viele Leute auf kleinem Raum untergebracht, so dass auch im Wohnzimmer die Feldbetten stehen. Auf warmes Wasser muss man meist verzichten, ebenso auf eine Waschmaschine. Stromausfälle sind an der Tagesordnung und es kann auch mal passieren, dass kein Wasser aus der Leitung kommt.

Zunächst hat Isabell mir die Nachbarschaft gezeigt: sehr hübsche Häuser des Mittelstandes, ein netter Platz mit vielen Geschäften und den Kühen am Straßenrand. Ebenfalls am Straßenrand: Friseure, Ärzte etc., die dort ihre Dienstleistungen anbieten.
Zur Stadterkundung sind wir mit der Fahrradrikscha in Richtung Isabells Büro gefahren und haben dort in der Nähe zu Mittag gegessen - chinesisch, sehr lecker. Nettes Detail: Nach dem Essen wurde ein kleiner Teller mit Gewürzen gereicht, mit denen man seinen Atem erfrischen kann.
Ein kleines armes Kind haben wir glücklich gemacht, indem wir ein Trinkpäckchen Orangensaft verschenkt haben.

Als erstes stand dann der Einkaufssektor auf dem Plan: ein großer, großer Platz mit allen möglichen Geschäften (Adidas, United Colors of Benetton etc.), die wohl eher von der gehobenen Mittelschicht und Oberschicht besucht werden. Einige Male wurden wir dabei von bettelnden Frauen ziemlich aufdringlich begrapscht. Kein schönes Gefühl.
In einem Café haben wir uns dann noch mit einigen Indern zusammen fotografieren lassen, für die Isabell mit den blonden Haaren wohl wirklich eine Attraktion ist. Auch sonst drehen sich immer wieder Leute um oder machen Fotos.
Weiter gings zum Rock Garden - der Attraktion Chandigarhs - auf 10 ha ist ein sehr interessanter Park entstanden, der größtenteils durch Müll gestaltet wurde: zerbrochene Teller oder Steckdosen. Weiterhin gibt es einige Wasserfälle und viele interessante Skulpturen. Alles sehr nett anzusehen.
Zuletzt haben wir uns noch den Sukhna-See angesehen: ganz schön, man kann Tretboot fahren oder einfach am Ufer entlangspazieren.

Abends gings dann mit den AIESECern in eine Nudelbar. Es gab leckere Spaghetti, die etwas indisch gewürzt waren und indisches Kingfisher-Bier.

Inder stehen wohl sehr auf Kautabak, wird hier allenthalben auf die Straße gespuckt. Gerade habe ich aber auch gelesen, dass Zigaretten in Chandigarh verboten sein sollen.
Bemerkenswert ist, dass hier fast alles Rikschas mit Auto-Gas fahren und somit relativ sauber sind. Auch sonst ist viel weniger Dreck in der Luft als in Delhi.

Ich sitze jetzt zuhause während alle anderen arbeiten. Gleich werde ich Wäsche waschen und einkaufen, bevor ich mich mit Isabell zum Mittagessen treffe.

Montag, 30. November 2009

Indien: faszinierend, spannend und herausfordernd

Delhi ist eine sehr beeindruckende Stadt mit wahnsinnigen Kontrasten. Zuerst haben wir uns Teile Neu-Delhis angesehen, die eindeutig den Kolonialstil Englands repräsentieren - große Prachtbauten, die teilweise etwas verfallen, aber immer noch imposant sind. Dazu gehört das India-Gate, ein großes Kriegsdenkmal, das an den Arc de Triomphe in Paris erinnert. Der Connaught-Place, ein riesiger kreisförmiger Platz mit einem Park in der Mitte, ist das Zentrum Neu-Delhis. Dort findet man alle internationalen Top-Geschäfte wie Adidas etc. Wir haben in einem sehr luxuriösen Restaurant für kleines Geld ein Super-Mittagessen bekommen.
Allgemein ist das Preisniveau hier erschreckend niedrig. Damit einhergehend auch die überall vorherrschende Armut. Gerade erst habe ich gelesen, dass 2/3 der Bevölkerung Indiens von weniger als 2 $ pro Tag lebt - unglaublich!
Das Hauptverkehrsmittel sind Rikschas (Fahrrad- und Motorrikschas), Fahrräder und Kleinwagen. Isabell schafft es erstaunlicherweise immer den Rikschafahrern den Preis zu diktieren, indem sie beim Feilschen um keine Rupie erhöht.
Das Verkehrsaufkommen ist in Delhi extrem und Staus vorprogrammiert. Dabei wird sekündlich die Hupe genutzt - auf Dauer gewöhnt man sich wohl daran...
Die Gerüche (oder soll ich Gestank sagen?) auf den Straßen sind ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Viele Inder verrichten ihre "Geschäfte" am Straßenrand und die Tiere tragen auch ihren Teil dazu bei. An einigen Stellen (etwa in Parks) verbieten Schilder extra das öffentliche Urinieren.
Durch die Mangelernährung sieht man allenthalben physisch eingeschränkte Personen. Überhaupt sieht man jede Menge Leute - man merkt, dass hier die zweitgrößte Bevölkerungsstärke der Welt vorherrscht.
Nach dem Mittagessen haben wir unser Gepäck am Hotel abgeholt und sind ins alte Delhi gefahren. Auf dem Weg konnten wir eine ziemlich bewegende Szene beobachten: ein junger Mann blutete stark am Kopf, wurde auf einer Fahrradrikscha transportiert und stand dann wie wir ewig im Stau. Ich will stark hoffen, dass sie es rechtzeitig zum Arzt? geschafft haben.
In Alt-Delhi haben wir uns das rote Fort angeschaut: ein imposantes Bauwerk. Aufgrund mangelnder Zeit haben wir nur von außen geschaut und sind dann weiter zum Busbahnhof. Das ist wirklich ein Ort, an dem man sich nicht lange aufhalten möchte.
Interessant sind die verschiedenen Typen von Bussen, die es gibt. Die Local Busse sind die unterste Kategorie: das Gepäck wird aufs Dach geschnallt, die Menschen drängen sich im Bus, der bestimmt schon 30 Jahre auf dem Buckel hat. Besser sind Volvo or Luxury Busse, die den deutschen Reisebussen entsprechen.
Bei uns wurde während der Fahrt ein Hindifilm gezeigt. Man versteht zwar außer ein paar Brocken Englisch, die gesprochen werden, nicht viel, aber die Bilder sind beeindruckend. Steht den Hollywoodfilmen in nichts nach. Viel Musik, Liebe, Action - alles in einem Film vereint.
In unserem Bus (Volvo-Klasse) saßen eindeutig Menschen der mittleren Einkommensschicht, die sich schon optisch von den armen Menschen unterscheiden. Erkennbar ist zudem der Unterschied zwischen Nordindern und dem Rest. Eine vestimmte Klasse/Art/Kaste? sieht ein bisschen wie klischeehafte Türken aus: mit Oberlippenschnauzbart.
Die Straße von Delhi nach Chandigarh ist ziemlich gut ausgebaut, man sieht aber jede Menge Leute zu Fuß die Straße entlanggehen.

Von Chandigarh konnte ich zwar im Dunkeln nicht viel erkennen, aber die Straßen sind breiter als in Delhi und alles wirkt etwas ordentlicher.
Als kleine Hintergrundinfo empfehle ich euch folgende Infos: Wikipedia und diesen Artikel aus der Zeitschrift Brand Eins

Das Hotel in Chandigarh ist ziemlich gut und als wir ankamen, war dort gerade eine Hochzeit in vollem Gange.

Jetzt gerade sind wir nach dem Frühstück zu Isabells Trainee-Haus gelaufen, das sich nur wenige Meter vom Hotel entfernt befindet.

Erste Fotos vom Abflug in Dubai bis zur Ankunft in Chandigarh Sonntag Nacht:

Indien


Ich schreibe später weiter, jetzt gehts zur Stadttour in Chandigarh.

Sonntag, 29. November 2009

Ankunft in Indien

Größer könnte der Kontrast nicht sein: Vom sauberen, modernen Dubai ins chaotische, laute Indien. Die Türkei ist ein Musterland, was die Straßenverkehrsordnung angeht, wenn man es mit Indien vergleicht :)
Am Flughafen musste ich gestern nach der Ankunft erstmal Geduld beweisen und fast eine Stunde lang warten um durch den Gesundheitscheck (mich von einer Wärmebildkamera filmen lassen und Formblatt zur Schweinegrippe ausfüllen) und die Passkontrolle zu kommen.
Dann gab es ein großes Wiedersehen mit Isabell, die auf mich gewartet hatte und extra ein paar Rupien gezahlt hat, damit sie mich im Terminal erwarten durfte.
Wir haben dann ein Prepaid-Taxi genommen (man bezahlt im Voraus an einem Schalter) um zum Hotel zu kommen. Der erste Eindruck, den ich dabei im Dunkeln von Delhi gewinnen konnte, kann mit ein paar Worten beschrieben werden: Smog, Chaos, Dreck.
Am Hotel angekommen, hat uns der Mann an der Rezeption gefragt, ob es uns etwas ausmachen würde ins Nachbarhotel umzuziehen. Na klar, wir also auf die Fahrradrikscha gehopst und uns um einige Ecken fahren lassen. Dabei habe ich die ersten Kühe auf der Straße gesehen - naja, eigentlich mehr im Müll am Straßenrand.
Das Hotel sieht von außen sehr gut aus, innen hat sich der Eindruck dann etwas verflüchtigt. Isabell hat dann noch erfolgreich mit dem Rezeptionisten diskutiert um den Preis zu drücken. Leider war es nicht das bestellte Luxury-Zimmer, aber was solls. Jetzt stürzen wir uns hier gleich mal ins Leben und schauen uns ein bisschen Delhi an, bevor es heute abend irgendwann nach Chandigarh geht.

Samstag, 28. November 2009

letzter Eintrag aus Dubai

So, ich sitze jetzt am Flughafen und muss die nächsten 4 Stunden bis zum Start überbrücken.
Gestern habe ich wie berichtet das Hotel gewechselt, was einen ziemlichen Abstieg im Komfort zur Folge hatte. Für eine Nacht aber okay. Interessant, dass ich für beide Hotels gleich viel bezahlt habe...
Vom Hotel aus habe ich mir dann einen Bus gesucht, der mich zum Jumeirah beach Park gebracht hat. Dies ist ein Park mit Strand, der von vielen Familien genutzt wird, die dort grillen. Ich habe dann auch mal kurz das Wasser genossen. Leider war es echt voll und das Wasser sehr flach. Zudem musste ich die ganze Zeit ein Auge auf all meine Wertsachen haben, weshalb es dann ein kurzes Vergnügen blieb. Verbotenerweise habe ich auch ein paar Strandfotos geschossen ;)
Nach Sonnenuntergang wurde es zeimlich kühl (unter 30 Grad), also genau richtig um nochmal zur Dubai Mall zu fahren (ihr erinnert euch? die größte Mall der Welt). Dank des Opferfestes war nicht nur der Bus ziemlich voll, sondern die Metro war so überfüllt, dass die Leute nur stoßweise hineingelassen wurden und ich fast 45 Minuten warten musste.
An der Mall angekommen habe ich gleich eine der Wasserfontänenshows erleben dürfen, die direkt neben der Mall vor dem Burj Dubai stattfinden. Gigantisch!
Habe dann bei H&M endlich die gesuchten Boxershorts und Socken gefunden und gleich auch noch ein T-Shirt gekauft.
Interessant welche deutschen Marken vertreten sind: Birkenstock, Nivea und Nordsee haben dort Filialen. Zudem gibt es einen Biosupermarkt, der bestimmt zu 50% deutsche Produkte führt.
Einige von euch kennen vielleicht auch das Restaurant Vapiano in Münster (mit diesen lustigen elektronischen Fernbedienungen, die anzeigen, wenn das Essen fertig ist), das gibt es auch in der Dubai Mall :)
Zuletzt konnte ich noch zusehen, wie das Aquarium von mehreren Tauchern gesäubert wurde.

Erst viel zu spät habe ich erfahren, dass diese Woche ja nicht nur das Opferfest stattfindet, sondern auch der Nationalfeiertag Dubais stattgefunden hat. Das erklärt auch all die Fahnen überall.

Letzte Fotostrecke:

Dubai Teil 3

Freitag, 27. November 2009

vorletzter Tag in Dubai

Nun ist es Freitag Mittag, ich muss gleich aus dem Hotel auschecken und zum nächsten fahren. Heute morgen habe ich eine kleine Erkundungstour per Fuß gestartet und bin in den Gebieten gewesen, die ich teilweise auch gestern schon gesehen habe. Leider habe ich nicht bedacht, dass heute der heilige Tag der Muslime ist und somit fast alles geschlossen hat. Auch das Dubaimuseum, das ich mir noch gern angeschaut hätte, macht erst am späten Nachmittag auf. heute habe ich den Fluss durch einen Fußgängertunnel unterquert. Dabei kam mir auf halbem Wege eine Ziege entgegen, die von einem Mann durch den Tunnel geführt wurde.

Hier noch ein paar neue Fotos:

Dubai Teil 2

Wüstentour

Der zweite Tag geht zuende und ich bin wieder voll mit Eindrücken. Heute morgen habe ich mich auf den Weg zur Jumeirah-Moschee gemacht, die einzige Moschee in Dubai, die man auch als Nicht-Muslim betreten darf. Dies allerdings nur viermal pro Woche jeweils um 10 Uhr. Da ich etwas früh war, bin ich nochmal eben an den nebenan liegenden Strand und habe dort wenigstens mal mit den Füßen die Wassertemperatur gefühlt: sehr warm :)
Am Strand ist absolutes Fotografierverbot, weswegen ich euch von dem Traumstrand nichts zeigen kann.
Im Anschluss habe ich dann die Tour durch die Moschee gemacht. Dies war auch sehr interessant, da viele allgemeine Fragen zum Islam beantwortet wurden. Die Moschee an sich ist im Vergleich zu türkischen eher ernüchternd. Zwar sehr schön, aber eher klein und sehr neu (aus den 70er Jahren).
Von der Moschee habe ich einen Bus zurück genommen, worauf ich sehr stolz bin. Der Reiseführer erklärt die Busnutzung für zu kompliziert und behauptet diese würden nur von den ausländischen Arbeitern genutzt. Letzteres scheint auch zu stimmen, aber die Busse sind klimatisiert, bequem und fahren wirklich überall hin. Sogar die Bushaltestellen sind klimatisiert. Nachdem ich mir auf dem Busbahnhof wie in Indien oder Pakistan vorkam (alles ausländische Arbeiter) und in einer Markthalle ebenso, bin ich zum Souk gegangen, ein Basar direkt am Fluss (oder ist es eine Bucht?), der durch Dubai fließt. Dort befindet sich auch das Dubai Museum, das ich mir aufgrund Zeitmangels nur von außen angesehen habe. Von dort aus habe ich ein Boot über den Fluss genommen und bin zurück zum Hotel, wo ich wenig später für die Wüstentour abgeholt wurde. Die Tour bestand aus "Dune Bashing" (man fährt im Geländewagen über die Dünen und fühlt sich ein wenig wie in einer Achterbahn), Kamele schauen, kurzes Kamelreiten, Shischa rauchen, Barbecue und Bauchtanz. Eigentlich eine ganz gute Sache, aber allein längst nicht so gut wie mit mindestens zwei Leuten. Habe mir dann auch noch geleistet mit kleinen Mini-Quads über eine abgesteckte Strecke in der Wüste zu cruisen.
Ich kenne jetzt das Rezept um in Dubai Geld zu machen: Kaufe ein Stück Wüste, zäune es ein, baue ein Camp auf und karre 300-400 Leute pro Abend dort hin ;)
Es war echt recht voll, aber es wurde auch viel geboten: Neben dem guten Barbecue konnte man sich Henna-Tattoos malen lassen, sich in traditionellen Dubai-Klamotten "verkleiden", Shischa rauchen, Kamele reiten und am Ende der Bauchtänzerin zuschauen (sie sah nicht sehr arabisch, sondern eher russisch aus - die Performance war aber gut).
Der Abend war also echt voll und ich fühle mich auch ziemlich erschlagen. Würde jetzt gern weiter nach Delhi fliegen, muss morgen aber noch einen Tag hier rumbekommen. Vielleicht gehts nochmal in eine der Malls. Jedenfalls muss ich das Hotel wechseln. Ich hatte ursprünglich ja nur eine Übernachtung eingeplant und deswegen schon ein anderes Hotel gebucht. Samstag gehts dann zum Flughafen, damit ich rechtzeitig loskomme :) Der Flug ist um 15 Uhr, aber ich muss schon 3 Stunden vorher dort sein und die Geschäfte öffnen hier immer erst um 10 Uhr - da bleibt nicht mehr viel Zeit.

Unglaublich ist hier das nicht vorhandene Umweltbewusstsein. Natürlich lässt man den Automotor immer laufen, auch wenn man mal 20 Minuten irgendwo steht und gar nicht im Auto ist. Wichtig ist nunmal, dass die Klimaanlage weiterläuft und zudem kostet der Sprit ja quasi nichts. In einigen Vierteln (z.B. auf der Palmeninsel) gibt es Kühlhäuser, die wohl die einzelnen Klimaanlagen ersetzen und gleich für ein Stadtviertel kühle Temperaturen schaffen. Der Wasserverbrauch ist auch extrem hier. Jede einzelne Pflanze draußen wird bewässert, sonst würde sie sofort verdursten. Dazu liegen überall Tröpfchenbewässerungsleitungen.
Im Wüstencamp wurde der Strom per Dieselaggregat erzeugt.

Übers Fernsehen habe ich gerade von der Finanzkrise hier in Dubai erfahren. Das Emirat ist total überschuldet und lebt von ein Einnahmen des Öls aus Abu Dhabi. Vermutlich wird sich das Wachstum hier etwas abkühlen.

Fazit: Dubai ist sehr erschlagend, faszinierend und beeindruckend zugleich. Aber wie schon am Anfang gesagt, reichen 2-3 Tage hier.

Superlative...

Ich muss mich bei allen fleißigen Mitlesern entschuldigen: Die "Mall of the Emirates" ist natürlich trotz der Skihalle nicht die größte Einkaufsmall der Welt, sondern nur eine der größten. Die Größte ist die Dubai Mall, da war ich heute abend.
Eigentlich wollte ich mich heut abend mit den beiden Dänen treffen und ein Bierchen trinken. Aufgrund eines muslimischen Feiertages bekommt man heute aber nirgendwo Alkohol, weshalb wir das Ganze abgesagt haben als ich schon auf dem Weg war. Bin dann kurzerhand zu der oben genannten Mall gefahren, hatte dort aber nur noch 20 Minuten bis zum Geschäftsschluss. Um dorthin zu kommen, musste ich das erste Mal Bus fahren, da die entsprechende Metrohaltestelle noch nicht fertig ist. In den Bussen sind die ersten Reihen für Frauen und Familien reserviert und durch Trennscheiben vom Rest abgetrennt. Wird aber scheinbar nicht immer ganz ernst genommen.

Die Mall ist direkt am "Burj Dubai", dem höchsten Gebäude der Welt. Die Kulisse bei Nacht ist extremst beeindruckend. Schade, dass der Fotoapparat das nicht besonders gut abbilden kann. Zudem ist vor der Mall ein riesiger Springbrunnen (150m hohe Wasserfontänen), der nachts alle 20 Minuten zu Musik eine Show abbildet. Man muss sich den Burj Dubai dabei im Hintergrund vorstellen.

In der Mall ist nicht nur ein Eisstadion, sondern auch eines der größten (jaja, mal wieder ein Superlativ) Aquarium der Welt. Dagegen ist das im Atlantis-Hotel ein Schwimmbecken. Die Haupt-Glasscheibe ist 33 x 8 m groß und das Becken beeinhaltet 33.000 Lebewesen. Weiterhin befindet sich der weltgrößte Gold-Souk in der Mall. Fast hätte ich es vergessen, es gibt auch noch einen riesigen Wasserfall, der über zwei oder drei Stockwerke geht. Ich werde auf jeden Fall versuchen nochmal wiederzukommen, auf 440.000 qm kann man sich tagelang aufhalten.

Für morgen habe ich eine Wüstentour gebucht, möchte gerne den Hotelpool testen und die Jumeirah-Moschee besichtigen, die ich heute nur von außen gesehen habe. Freitag steht dann der Strand auf dem Programm und die alten Souks und der Creek, also der etwas ältere Part von Dubai. Mittlerweile finde ich 3 oder 4 Tage schon sehr ideal - die Shoppingzentren nehmen einfach viel Zeit ein.

Habe hier neben dem Hotel auch eine, relativ kleine Mall. Da würde sicherlich das Karlsruher Ettlinger Tor Center mehrfach reinpassen, ist aber im Vergleich doch eher winzig.

So, schon wieder 12 Uhr. Langen Tag gehabt, Zeit zum Schlafen :)

Mittwoch, 25. November 2009

Erste Fotos aus Dubai

Hier sind einige erste bildliche Eindrücke:

Dubai

24 Stunden Dubai

Jetzt bin ich fast 24 Stunden in Dubai und habe schon unglaublich viel gesehen. Die Mall war echt super und ich konnte nicht widerstehen zwei T-Shirts zu kaufen, obwohl ich eigentlich nach Unterwäsche und Socken gucken wollte (muss dann wohl in Indien waschen, Isa). Interessanterweise gibt es hier H&M und die Klamotten sind in der Türkei fabriziert. In der Türkei gibt es dagegen keinen H&M. Die Skihalle ist einfach total extrem. Draußen über 30 Grad, in der Mall wohl angenehme 20 und in der Skihalle -4. Leider ist zu dem Zeitpunkt dann der Akku des Fotoapparates leer gegangen (Ersatzakku wäre nicht schlecht, Papa) und die Müdigkeit nahm Überhand. Kurz noch in den riesigen Carrefour in der Mall-of-the-Emirates (wie in Frankreich mit ca 50 Kassen), was zu knabbern und zu Trinken gekauft, dann kurzentschlossen in die nächste Metro und zurückgefahren. Das Hotel liegt fußläufig ca 20 Minuten von der Metro entfernt. Leider stellt diese, wie ich gestern festgestellt habe, den Betrieb bereits um 22 Uhr ein.

Ich habe hier neben dem Bett ein lustiges Bedienpanel um die Klimaanlage und das Licht zu steuern. Wusste gar nicht, dass es hier englische Steckdosen gibt, habe aber an der Rezeption einen Adapter bekommen.

In der Metro gibt es übrigens zwei Klassen: Silver and Gold. Die Gold-Plätze sind ganz vorne, haben den besten Blick und kosten doppelt so viel.

Im Carrefour gibt es keine alkoholischen Getränke, aber alkoholfreies Holsten-Bier und alle anderen europäischen Lebensmittel zu erstaunlich günstigen Preisen.

Entschuldigt bitte meine Themensprünge, aber ich schreibe einfach in der Reihenfolge auf, in der ich die Dinge erlebe oder sie mir einfallen. Ich hoffe ich verwirre euch nicht zu sehr.

Erste Erfahrungen in Dubai

Wo sitze ich? Richtig, im Starbucks. Was fehlt? Richtig, das Internet. In welchem Starbucks sitze ich? Falsch, ich sitze im Starbucks in der "Mall of the Emirates", die größte Shoppingmall der Welt inklusive Skipiste! Ich kann es nur wiederholen: Die Stadt ist imposant und beeindruckend. Durch die Tour heute habe ich wirklich viel gesehen: Das einzige 7-Sterne-Hotel der Welt, das höchste Gebäude der Welt, die Palmeninsel und vieles, vieles mehr...
Insofern war die Tour (mit zwei Dänen und einem indischen Ehepaar, der Fahrer war Pakistaner) gar nicht schlecht. Allerdings haben wir auch drei Shoppingcenter abgeklappert, was wirklich unnötig war und das ganze zur "Kaffeefahrt" gemacht hat. Doch von vorn...
Ich weiß nun warum das Hotel trotz super Zimmer und freundlichem Personal so vergleichsweise günstig ist: die Fensterisolierung ist schlecht und draußen ist eine Schnellstraße - danke Tobias für die Ohrstöpsel. Heute morgen um 8:40 Uhr - ich war gerade beim Frühstück, ist dann der Fahrer gekommen und hat mich für die Tour eingesammelt. Nachdem wir die anderen Leute abgeholt hatten, gings erstmal zur Jumeirah-Moschee (größte und bedeutenste hier, im Vergleich zur blauen Moschee aber ein Witz), dann zu einem "Arts Center" und danach zu dem "Cultural Center", beides verkappte kleine Malls, die den Touristen irgendwelche unnötigen Sachen andrehen wollen.
Anschließend sind wir dann am Strand vorbei gefahren, zum Burj al Arab, dem 7-Sterne-Hotel (rein darf man nur, wenn man ein Zimmer hat oder zumindest dort essen geht). Anschließend gings weiter zur Palm-Insel, wo wir zum immerhin 5-Sterne-Hotel Atlantis gefahren sind und dort das megabeeindruckende Aquarium angesehen haben (sicherlich auch eines der größten der Welt - habe noch nie so eine riesige Aquariumsfensterscheibe gesehen). Weiter gings durch das Business-Viertel mit lauter Hochhäusern, am Burj Dubai (höchstes Gebäude der Welt) vorbei zum weiteren Shoppingteil: Gold-Souk. Hier habe ich dann mit den beiden Dänen indisch gegessen, bvor wir dann zurück zum Hotel gefahren wurden. An dieser Stelle habe ich mich ausgeklinkt und mich an einer Metrostation absetzen lassen. Die Metro wurde am 09.09.09 um 09:09:09 Uhr eröffnet und ist die einzige(?) vollautomatische U-Bahn der Welt. Leider sind erst 10 Stationen fertig, aber die sind eindrucksvoll. Komplett klimatisiert (die ganzen Stationen) und architektonisch beeindruckend (mir fallen keine Synonyme mehr ein). Von dort bin ich dann zu der Mall gefahren, wo ich nun gerade bin und etwas ausspanne. Schaue mir gleich mal die Skipiste an und entscheide dann was ich weiter tun werde. Vielleicht gibts heut abend mit den Dänen ein Bier.


Etwas allgemeines noch:

Die Dänen fanden den Verkehr hier ziemlich hart, im Vergleich zu Istanbul ist es aber sehr entspannt. Ich habe auch noch nie so viele Blitzkästen wie hier gesehen, die ab 10 km/h Geschwindigkeitsüberschreitung auslösen. Zudem wird die Lichthupe der normalen Hupe vorgezogen, was ebenfalls ganz angenehm ist. Trotzdem ist viel Verkehr und oft Stau. Dies liegt vermutlich auch mit daran, dass das Benzin hier günstiger als Wasser ist. Der Liter Wasser kostet umgerechnet ca 60 Cent, eine Gallone Benzin aber nur 6 Dirham (entspricht etwas über 1 €.

Dubai ist eine erstaunlich grüne Stadt, überall sind Blumen und Rasen, der millimetergenau geschnitten und gut gewässert ist.

Wenn alles klappt wie erhofft, werde ich morgen eine Wüstentour unternehmen. Zudem muss ich noch zum Strand und baden und mir den kleinen Teil historischer Häuser ansehen, der noch existiert. Insgesamt finde ich aber, dass vier Tage Dubai schon fast zu viel sind. Man kann auch locker in zwei oder drei Tagen alles wichtige sehen. Außer man möchte shoppen gehen, das kann man hier echt gut.

So, gehe mal den Skifahrern zuschauen. Fotos gibts dann vielleicht auch irgendwann, wenn ich mir im Hotel mal eine Stunde Internet gönne.

Bezüglich des Internets herrscht in Dubai Zensur. Bestimmte Seiten können nicht aufgerufen werden und auch Skype ist hier illegal und geblockt. Laut Reiseführer kann man die Sperren auch nicht umgehen (wie in der Türkei).

Dubai @Night

Bin nun im Hotel angekommen: Dream Palace Hotel - einigermaßen bezahlbar :)

Der Anflug auf Dubai vom Wasser her war imposant: lauter Lichter inmitten von nichts. Durch die Kameras konnte ich auch den Landeanflug supergut mitverfolgen. Der Airport ist megaimposant und beeindruckend. Die Metro fuhr allerdings nicht mehr, weshalb ich den ganzen Weg mit dem Taxi gefahren bin. Es sind übrigens gerade angenehme 25 Grad hier.

Beim kurzen Taxiritt durch die Stadt sind mir die Unterschiede zu deutschen Städten und auch zu Istanbul aufgefallen: Die Stadt ist total sauber und neu, man sieht überhaupt kein Müll und es gab auf der Straße kein einziges Schlagloch. Auf der Straße sind kaum Leute unterwegs und wenn doch, dann sind es Inder. Schaue jetzt grad Stuttgart gegen die Rangers im TV (schöner Flatscreen) auf nem arabischen Sender. Ansonsten gibt es noch DeutscheWelle-TV und weitere internationale Programme.
Jetzt ists hier auch schon fast Mitternacht und morgen früh werd ich um 9 zur Stadtrundfahrt abgeholt, deswegen heißt es mal Augen zu und ausschlafen.

über den Wolken

Ich sitze nun im Flugzeug, überfliege gerade den Irak nahe Bagdad und hoffe auf eine pünktliche Landung in Dubai. Der Blogeintrag wird ins Netz geladen, sobald ich wieder Internet habe (hier an Bord gibts das noch nicht). Emirates ist schon eine klasse Airline (bis auf die Komplikationen mit dem Umbuchen). Es gibt kostenlose Zeitungen (habe mir mal "The Times" und "Financial Times" gesichert), dann wurden nach dem Start warme Tücher gereicht und auch das Essen war sehr lecker (Lamm-Curry mit Heinecken-Bier :) ). Leider hat sich gerade das Entertainmentsystem verabschiedet (technischer Defekt) und ich kann "50 dead men walking" nicht zuende schauen. Super sind die Onboardkameras, von denen eine unter dem Flugzeug und eine vorn angebracht ist und man über seinen Bildschirm immer mitverfolgen kann, was gerade unter einem passiert.

Ich habe eine ganze Sitzreihe, also drei Sitzplätze für mich allein, was sehr angenehm ist - da kann man schön die Füße ausstrecken.

Nach Dubai hat man von Istanbul aus zwei Stunden Zeitverschiebung - ich werde um 21:45 Uhr Ortszeit landen, dann mal die in diesem Monat neu eröffnete Metro testen und mir von einer der Metrostationen ein Taxi zum Hotel suchen. Morgen früh werde ich dann um 9 Uhr am Hotel abgeholt und 5 Stunden lang zu den größten Sehenswürdigkeiten gefahren, bin schon sehr auf dieses City-Sightseeing gespannt.

So, Entertainmentsystem läuft wieder, ich schau mir den Film weiter an.

Sonntag, 22. November 2009

Fotos aus Antalya

Nachdem ich gestern und vorgestern die beiden größten Strände in der Umgebung Antalyas kennengelernt habe, war heute Kulturprogramm angesagt.
Zunächst sind Tobias und ich zu den Düden-Wasserfällen gefahren, haben dann eine lange Dolmuştour (Sammeltaxi) hinter uns gebracht, bei denen wir nicht nur die Größe Antalyas, sondern auch die armen Stadtviertel gesehen haben und sind dann nach Termessos gefahren. Es handelt sich dabei um eine alte Ruinenstadt, die im Gebirge auf ca 1000 Höhenmetern liegt.
Morgen werden wir wohl bis zum Abflug nochmal die Sonne genießen. Am Strand hat man jede Menge Platz, es sind nur wenige Touristen unterwegs. Insgesamt kann ich Antalya im November sehr empfehlen: klasse Wetter, günstige Preise und wenige Touristen...

Interessant war heute noch die Beobachtung vom Verkauf von Hunderten von Schafen, wohl für das Opferfest nächste Woche.

Antalya Urlaub

Samstag, 21. November 2009

am strand in antalya

25 grad lufttemperatur, 22 grad im wasser, das ist antalya. Liege gerade am strand und schreibe über mein handy. Es ist absolute nebensaison und ziemlich leer, was am strand ganz angenehm, in den bars eher schade ist. Trotzdem haben haben wir gestern abend nach einiger suche gute livemusik genießen können. Heute haben wir die altstadt angesehen und sind am zweiten tag zum zweiten strand gefahren. Morgen werden wir einen ausflug in die berge machen. Nachdem ich mittlerweile zweimal mit emirates telefoniert habe, einmal mit dem türkeibüro, einmal mit dem indischen, werde ich nun final am nächsten dienstag 24.11. nach dubai, samstag 28.11. nach delhi und die gesamte strecke wieder am 07.12. zurückfliegen.

Donnerstag, 19. November 2009

Never ending story...rebook a flight

Es ist leider doch nicht alles so einfach wie gedacht. Leider gibt es jetzt eine Planänderung: Emirates hat noch doch keine verfügbaren Flüge mehr von Dubai nach Delhi nächste Woche. Es hat mehrere E-Mails und Anrufe gebraucht um das festzustellen und dann wenigstens den Flug nach Dubai auf den Dienstag zu verlegen. Jetzt gleich geht es aber erstmal nach Antalya.

Dienstag, 17. November 2009

Nachtrag: Fotos von Jannicks Besuch

Jannick zu Besuch in Istanbul oder Istanbul in 24 Stunden

Antalya, Dubai, Delhi...

Leider ist die Organisation des Indienaufenthaltes doch nicht so einfach wie erwartet, da nächste Woche Donnerstag und Freitag alle! (insgesamt 10) Flugzeuge von Dubai nach Delhi ausgebucht sind (zumindest in der Economy-Class bei Emirates).
Werde wohl jetzt am Montag quasi von Antalya nach Dubai durchfliegen (Ankunft Ortzeit ca 2 Uhr) und dann am Mittwoch um 4 Uhr Ortszeit in Dubai nach Delhi aufbrechen.

Vielleicht lege ich auf dem Rückweg dann noch einen zweiten 24-Stop-Over in Dubai hin. Hängt davon ab wie es mir gefallen wird.

Detaillierte Planung:

Freitag 20.11. 10:10 Abflug nach Antalya
Montag 23.11. 13:00 Abflug von Antalya nach Istanbul

Montag 23.11. 19:00 Abflug von Istanbul nach Dubai

Mittwoch 25.11. 04:40 Abflug von Dubai nach Delhi

Sonntag 06.12. 10:45 Abflug von Delhi nach Dubai
??? Abflug von Dubai nach Istanbul

Klausuren und Urlaub

So, die ersten beiden Klausuren sind ganz gut gelaufen. Etwas einfacher als in Karlsruhe, aber vom Stoffumfang her ähnlich. In zwei Stunden kommt die nächste, für die ich jetzt lernen muss.

Von Freitag bis Montag gehts nach Antalya! Für 75 € Hin- und Rückflug und drei Übernachtungen im 3-Sterne Hotel. Hoffe der Pool des Hotels ist noch in Betrieb und das Meer warm genug. Das Wetter soll jedenfalls gut werden: 20-25 Grad und Sonnenschein.

Wenn die Umbuchungen klappen, werde ich Montag um 14 Uhr wieder in Istanbul sein und um 19 Uhr nach Dubai fliegen. Dort bleibe ich bis Donnerstag, bevor es dann nach Delhi weitergeht. Warte nur noch auf die Bestätigung der Umbuchung durch Emirates.

So, jetzt wird weitergelernt...

Sonntag, 15. November 2009

Weihnachtsfeeling

Heute beim Starbucks gab es erste Weihnachtsanzeichen (die mir aufgefallen sind) in Istanbul, siehe hier:



Zudem gibts einen Weihnachtstee beim Starbucks, der sehr nach Zimt schmeckt - mein Urteil: gewöhnungsbedürtig...

Auch bezüglich Weihnachten: Die endgültige Reiseroute steht fest und meine Tickets sind beim deutschen Reisebüro in Auftrag gegeben - ich hoffe, dass sie rechtzeitig hier ankommen werden.

Final Plan:

Donnerstag 10.12.2009 22:00 Abfahrt Istanbul
Freitag 11.12.2009 10:50 Ankunft Sofia

Sonntag 12.12.2009 19:30 Abfahrt Sofia
Sonntag 13.12.2009 05:44 Ankunft Bukarest

Mittwoch 14.12.2009 20:00 Abfahrt Bukarest
Donnerstag 15.12.2009 08:47 Ankunft Budapest

Samstag 17.12.2009 15:28 Abfahrt Budapest
Samstag 17.12.2009 18:05 Ankunft Bratislava

Sonntag 19.12. 19:01 Abfahrt Bratislava
Sonntag 19.12. 19:59 Ankunft Wien

Dienstag 22.12. 08:20 Abfahrt Wien
Dienstag 22.12. 12:30 Ankunft München
Dienstag 22.12. 17:23 Abfahrt München
Mittwoch 23.12. 00:12 Ankunft Neheim

Ich freue mich schon unglaublich auf den Trip. Fünf Hauptstädte innerhalb von 12 Tagen ist schon sehr genial.

Hier noch eine kleine Straßenszene, die man fast täglich beobachten kann:

24 Stunden: Istanbul kulturell & kulinarisch

Die Uhr tickt...morgen um 13 Uhr beginnt die erste Klausur. Zum Einstieg allerdings noch nicht relevant für mein weiteres Studium, da das Fach in Karlsruhe nicht zu meinem Studienplan gehört. Trotzdem bin ich sehr gespannt wie es wird. Kenne den Großteil meiner Karteikarten nun auswendig, habe gerade nochmal zwei Kapitel im Buch gelesen und hoffe nun, dass dies reicht.
Im Anschluss stehen Dienstag und Donnerstag jeweils zwei weitere Klausuren an. Ursprünglich hätte ich Dienstag drei Klausuren schreiben sollen und davon zwei zur selben Zeit - die Organisation ist hier also auch nicht besser als in Karlsruhe.

Da die zweite Klausurwoche dann wohl unerwarteterweise frei sein wird, gedenke ich ein paar Tage früher nach Indien und Dubai zu fliegen. Emirates ist so nett und erhebt keine Umbuchungsgebühren.

Dass dies bei Easyjet nicht so ist, musste Jannick erfahren, der mich am Freitag besuchen wollte. Leider ist sein Zug zum Flughafen ausgefallen, so dass er zu spät am Flughafen angekommen ist. Spontan hat er dann den Flug am nächsten Tag gewählt und war somit 22 Stunden in Istanbul. Tobias und ich haben sehr taffes Programm durchgezogen und versucht möglichst viele kulinarische Highlights in der kurzen Zeit zu erledigen. Der Schlaf musste etwas zurückstehen, was aber durch viel Sightseeing entschädigt wurde.
An alle weiteren Istanbulbesucher: Nehmt euch in Acht! Nach Niklas Absage wegen seines gebrochenen Beins ist der verpasste Flug schon das zweite Besuchshindernis gewesen.

Jannick hat mir einige Reiseführer für meine Zugtour vor Weihnachten mitgebracht, so dass ich mir jetzt die besten Sehenswürdigkeiten für Sofia, Bukarest, Budapest, Bratislava und Wien heraussuchen kann. Wer dazu noch weitere Vorschläge und Tipps hat, kann sich gern jederzeit bei mir melden - ich würde mich freuen!

Das ist die Ausbeute an Reiseführern:


Heute hat es kurz geregnet und die Straßen hier in Rutschbahnen verwandelt. Ich weiß nicht wieso, aber durch den Regen wurde der Asphalt richtig glatt. Da muss man schon etwas aufpassen.

Mal sehen was sich an dem freien nächsten Wochenende ergibt... Vielleicht werden Tobias und ich noch einen kurzen Spontantrip planen. Es soll in Antalya noch ganz gutes Wetter und Wassertemperaturen von 22 Grad geben... Mal schauen...

Dienstag, 10. November 2009

Letzte Woche stand ganz im Zeichen des schlechten Wetters, weshalb es auch nichts nennenswertes zu berichten gibt außer meinem Frisörbesuch.
Ich durfte mir im Katalog einen schönen Haarschnitt aussuchen und wurde dann auch in ähnlicher Weise zugerichtet :) So schlimm ist es aber gar nicht und außerdem wächst alles wieder nach...

Passend zu Metes Besuch am Wochenende änderte sich das Wetter zu 25 Grad und Sonnenschein - und das im November!

Am Sonntag haben wir mit Mete sehr schön am Moda Iskelesi mit Buffet gefrühstückt und die Sonne genossen:







Anschließend haben wir noch eine riesige Demonstration der Aleviten mitbekommen, bei der Hunderte von Polizisten und ein Polizeihubschrauber zugegen waren.




Seit dieser Woche steht alles im Zeichen der nächsten Woche: mid term exams. Leider ist die Organisation absolut chaotisch und noch wissen wir nicht wann und wo wir schreiben werden.

Heute ist der 71. Todestag von Atatürk, was um 09:05 mit Sirenen und zweiminütiger Schweigeminute untermalt wurde. War schon sehr interessant wie alle Menschen plötzlich stehenblieben, die Schiffe zu tuten anfingen und der gesamte Verkehr stillstand. Siehe auch diesen Link.


Mittwoch, 4. November 2009

größten Städte der Türkei abgehakt

Nach dem Besuch in Izmir ist mir aufgefallen, dass ich damit nun die fünf größten Städte der Türkei gesehen habe:

1. Istanbul (>10.000.000 Einwohner)
2. Ankara (4.000.000 Einwohner)
3. Izmir (2.700.000 Einwohner)
4. Bursa (1.650.000 Einwohner)
5. Adana (1.500.000 Einwohner)

Montag, 2. November 2009

Ich schreibe diesen Bericht, während ich im Bus sitze und irgendwo auf der 10stündigen Busfahrt zwischen Izmir und Istanbul bin. Voraussichtliche Ankunft ist 23:45, wobei wir dann noch einen Shuttlebus nach Kadıköy nehmen müssen. Der Bus ist das neueste Mercedes-Modell, also sehr bequem und technisch voll ausgestattet, z.B. mit Live-TV. Trotzdem ist die Fahrt aufgrund der Länge anstrengend, was auch durch kleine Snacks und Getränke nicht verhindert werden kann.

Nachtrag zum kleinen Kultururlaub in Izmir und Umgebung. Trotz einer sehr schlechten Wettervorankündigung hatten wir bis heute, unserem Abreisetag, wunderbares Sommerwetter, nur durch einige kleine Wolken getrübt.
Unsere zeitliche Einteilung sah einen Tag und zwei Abende für Izmir, einen Tag für Bergama (Pergamon) und einen plus einen halben Tag für Selçuk (Ephesus) vor. Durch den Tipp eines Freundes verlegten wir somit die letzte Übernachtung von Izmir nach Selçuk.

Das Hotel in Izmir war in einem alten ottomanischen Haus untergebracht und durch einen Tipp des Lonely Planet-Reiseführers in unsere Aufmerksamkeit gerückt. Das Personal war nett und sprach gutes Englisch, das Frühstück war vielseitig, mehr muss man nicht sagen. In Selçuk hatten wir wie oben erwähnt den Rat eines Freundes angenommen und sind im Nachhinein sehr erfreut. Die Zimmer sind etwas klein und älter, aber sauber. Das wirklich Besondere sind jedoch die Brüder, die den Hotelbetrieb managen, da sie sehr zuvorkommend sind und uns viele wertvolle Tipps gaben. Heute wurden wir sogar zum Mittagessen eingeladen und anschließend mit dem Auto zum Bus gefahren.

Wie auf den zuvor schon veröffentlichten Fotos erkennbar, habe ich in den letzten vier Tagen mehr archäologische Ruinen gesehen als in meinem bisherigen Leben.
Es begann mit dem alten Stadtzentrum in Izmir, der Agora, anschließend dem berühmten Uhrenturm, dem Asansör (Vergleichbar mit Lissabon, auch wenn ich den nicht kenne – aber das sagt der Reiseführer...), dem Basar (dort kann man sich wirklich verlaufen) und einigen berühmten Camiis (Moscheen). Zusätzlich waren an dem beschriebenen Tag die Feierlichkeiten zum Republikfest, also dem Jahrestag zur Unabhängigkeit der Republik. Dies äußerte sich in einem Fahnenmeer und der Militärparade, sowie dem schon beschriebenen Gratiskonzert und Feuerwerk.
Dieser Tag war ebenso wie die Folgenden vom Laufen geprägt, so dass wir abends nach einem Bier und einigen Runden Tavla (Backgammon) recht schnell ins Bett sanken.
Am nächsten Tag testeten wir erstmals die türkischen Fernreisebusse, da wir nach Pergamon wollten. Die Fahrt ist auch mit zwei Stunden vergleichbar kurz.
In Bergama gibt es neben Pergamon noch zwei weitere historisch interessante und beeindruckende Bauwerke: eine rote Basilika (eine der größten noch bestehenden Ruinen aus römischer Zeit) und das Asklepieion, ein antikisches Heilzentrum.
Samstag ging es dann mit dem modernen Zug nach Selçuk, der neuzeitliche Ort unterhalb von Ephesus. Auch dort gibt es außer Ephesus noch einiges anderes zu sehen: die St. Johannes Basilika (bzw. deren Ruinen), die Isa Bey Camii, das ehemalige Weltwunder Artemision (ein riesiger Tempel, von dem nur noch eine Säule steht).
Heute haben wir dann noch das archäologische Museum in Selçuk besucht und uns ein wenig ausgeruht.

In der nächsten Woche werden wir mit der Uni viel zu tun haben und anfangen für die anstehenden mid-term Klausuren zu lernen. Zudem müssen zwei weitere Hausarbeiten vorbereitet werden.

Nachtrag Ortszeit 02:04 Uhr: Der Bus ist zwei Stunden später als erwartet angekommen, wir haben u.a. zwischenzeitlich ca 1 Stunde auf die Autofähre gewartet. Jetzt gehts ins Bett...

Samstag, 31. Oktober 2009

Fotos aus Izmir

Urlaub Izmir Andreas

Grüße aus Izmir

Nachdem ich lange keinen Eintrag mehr geschrieben habe, wiederhole ich kurz, was letzte Woche passiert ist:

Am Montag bin ich zweimal umsonst zur Uni gefahren, da zunächst bekanntgegeben wurde, dass unser Türkischkurs abgesagt ist und nachmittags auch noch die zweite Vorlesung ausgefallen ist. Die endgültige Absage des Fortgeschrittenenkurses in Türkisch ist sehr schade. Zwar versuche ich derzeit Kontakt zu der Sprachschule herzustellen, wo ich den ersten Kurs wegen des Unistarts nicht vollenden konnte, aber das Ergebnis steht noch in den Sternen.

Wie angekündigt sind Tobias und ich am Mittwoch nach Izmir geflogen, wo wir ein paar Tage Kultururlaub machen. Nach der Ankunft haben wir Donnerstags die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Izmirs angeschaut und dabei die Parade zum Republikfest gesehen (viel Militär, Kampfjets und Hubschrauber gehörten dazu). Dank einiger Insider-Tips eines Freundes, der aus Izmir stammt, haben wir sehr leckere Köfte (Fleischbällchen) gegessen und einige schöne Ecken Izmirs gesehen.
Der große Kontrast wurde dann jedoch deutlich als wir zu einer Ruine auf einen der Berge Izmirs gefahren sind, von wo aus man einen grandiosen Blick auf die Stadt hat. Die Stadtviertel rundherum sind allerdings sehr arm, so dass man sich dort als Tourist nicht nur etwas unwohl fühlt, sondern auch nicht recht weiß, wie man sich benehmen soll. Ein etwas beklemmendes Gefühl.
Schön war abends das gratis-Konzert zum Republikfest von Funda Arar, wovon wir einige Lieder gehört haben.



Nach den langen Laufstrecken waren wir abends jedoch geschafft und müde.
Am Donnerstag ließen wir es uns nicht nehmen den berühmten Ort Bergama zu besichten, wo sich die historische Stätte Pergamon befindet. Mit dem Fernreisebus ging es zwei Stunden lang durch eine Landschaft, die durch Olivenbäume geprägt ist, zum Ziel. Leider sind die größten Schätze in deutschen und anderen europäischen Museen gelandet, aber trotzdem sind die vorhandenen Ruinen beeindruckend.

Fotos werden folgen...

Heute geht es dann weiter nach Ephesus.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Rückfahrt Izmir, Jazz und mehr

Gestern abend hat die groß angekündigte Erasmus-Willkommensparty im europäischen Bahnhof mit über 2.000 Personen stattgefunden. Die Atmosphäre und Räumlichkeiten waren auch sehr genial, die Musik aber leider viel zu laut und die beiden Bierzapfhähne für die Menschenmenge zu wenig. Trotzdem hat es Spaß gemacht, ich habe viele Leute von den verschiedenen Unis getroffen, die ich teilweise schon kannte und teilweise auch nicht.

Heute wurde die Rückfahrt von Izmir nach Istanbul gebucht - 8,5 Stunden im Bus zu dem gleichen Preis wie für den Hinflug (ca 25 €). Leider gab es für den Sonntag keinen günstigen Flug mehr. Ursprünglich wollten wir statt dem Bus mit einer Kombination aus Fähre und Bahn fahren, da dies wohl etwas schneller und bequemer sein soll. Der entsprechende Zug wurde jedoch für den Tag gecancelt, so dass wir schon am Sonntag Morgen hätten fahren müssen, was wir nicht wollten. Um dies herauszufinden, sind Tobias und ich erst zum asiatischen Bahnhof Haydarpaşa gelaufen, wo wir zum europäischen Bahnhof Sirkeci verwiesen wurden und dann erfuhren, dass es den Zug nicht gibt. Das Ganze hat uns zwei Stunden des Nachmittags gekostet. Jedoch habe ich dann gleich noch die Reservierung des Nachtzugs nach Sofia erfragt, die erstaunlicherweise jetzt schon buchbar und sehr günstig ist. Mal schauen, ob ich in Istanbul auch die restlichen Reservierungen für das Interrailticket bekommen, denn dann könnte ich den Umweg über das deutsche Reisebüro sparen.

Wir werden am Mittwoch gegen 15 Uhr in Istanbul losfliegen und nach einer Stunde in Izmir landen und am Sonntag dann um 16 Uhr nach Istanbul losfahren.

Heute Abend waren wir nun endlich beim Jazzfestival und haben Marilyn Mazur, eine großartige, experimentelle Percussion-Spielerin mit Gitarren und Saxophonbegleitung gesehen. Das ganze hat im Cemal Reşit Rey Konser Salonu stattgefunden, einem Theater in der Nähe des Maçka-Parks bzw. des Beşiktaş-Stadions.

Freitag, 23. Oktober 2009

kurzfristiger Urlaub

Leider hat das Konzert gestern ohne mich stattgefunden, da es schon ausverkauft war. Stattdessen haben Tobias und ich uns den James Bond - "From Russia with love" angesehen, der in Istanbul spielt.

Auch der erste Film des Festivals heute war eher mäßig, da er auf bulgarisch! mit türkischen Untertiteln war. Ich habe allerdings gut geschlafen :)
Die beiden folgenden Filme waren aber richtig gut. Der erste anstregend, der zweite unterhaltend.

Tobias und ich werden nächste Woche Mittwoch nach Izmir fliegen, da Donnerstag Feiertag (Gründungstag der Republik) ist und wir somit frei haben. Von dort aus wollen wir nicht nur den Strand, sondern auch Ephesus und Bergama ansehen. Sonntags gehts dann wieder zurück. Bisher ist aber erst der Hinflug und das Hotel fest gebucht. Zurück werden wir entweder auch fliegen oder aber einen der Fernreisebusse nehmen.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Indien - ich komme!

Diese Woche steht wieder mal ganz im Zeichen der Kultur: Gestern nochmal in der Istanbul Bienal gewesen und türkische Film-Empfehlungen von Mete besorgt. Heute gehen wir zum Filmfestival (Eden is West), dann zur Uni und danach vermutlich zum Jazzfestival, wo heute folgende Sängerin auftritt:



Morgen werde ich dann gleich drei Filme des Filmfestivals direkt hintereinander schauen - von 11 bis ca 18 Uhr (Eastern Plays, Five Minutes of Heaven und The Informant). Im Anschluss startet dann die größte Erasmusparty Istanbuls im europäischen Bahnhof Sirkeci.

Am Wochenende muss ich dann mal Hausaufgaben und meine erste Hausarbeit für die Uni erledigen.

Gerade habe ich endgültig meinen Flug nach Indien mit Emirates gebucht:

Abflug 27.11.2009 um 15:35 ab Istanbul
Ankunft 27.11.2009 um 21:40 in Dubai

Zwischenübernachtung und kurze Citytour

Abflug 15:35 ab Dubai
Ankunft 20:10 in Delhi


Abflug 10:45 ab Delhi
Ankunft 13:05 in Dubai
Abflug 14:50 ab Dubai
Ankunft 17:40 in Istanbul

Dienstag, 20. Oktober 2009

Salı Pazarı

Heute sınd Tobias und ich mal etwas eher aus der Consumer Behavior Vorlesung verschwunden um zum größten Basar auf der asiatischen Seite Istanbuls zu fahren. Dieser findet jeden Dienstag statt, ersteckt sich über 39.000 qm und verursacht jede Woche 22 Tonnen Abfall für die Reinigungsbetriebe am Abend.
Die hunderte Stände mit Gemüse, Obst und Kleidung boten eine wirklich beeindruckende Kulisse. Die Touristen hielten sich in Grenzen und die Preise waren so gut, dass ich mir gleich mal einen Pullover gekauft habe.
Leider hatte ich die Kamera nicht dabei und musste auf mein Handy ausweichen - die Ergebnisse könnt ihr auf dem unten dargestellten Link bewundern.

Salı Pazarı

Sonntag, 18. Oktober 2009

So viel passiert...

Heute habe ich Mama und Papa verabschiedet, die morgen wieder nach Hause fliegen werden. Durch die Erfahrung ihres Besuchs bereichert, ist mir nun bewusst, dass 7-10 Tage die optimale Verweildauer in Istanbul darstellen um einen Gesamteindruck zu gewinnen und die wichtigsten touristischen Highlights sehen zu können. Jedoch sollte dabei unbedingt das Wetter mitspielen - so wie heute, wo wir nach Ortaköy (europäische Seite, unterhalb der ersten Brücke) gefahren sind um dort den sehr bekannten Kumpir (gefüllte Kartoffel) zu essen. Im Anschluss sind wir mit dem Bus noch ein Stück am europäischen Ufer entlanggefahren, wo man sehr schön spazieren gehen kann und einen tollen Blick auf den Bosporus genießt.

Vor den genannten Unternehmungen hatten Tobias und ich schon unser heutiges Kulturprogramm absolviert. Derzeit findet in Istanbul ein Filmfestival statt, für das wir uns gleich für fünf Filme Tickets gekauft haben. Alle gezeigten Filme haben im letzten oder diesem Jahr einen Filmpreis gewonnen und liefen noch nicht im Kino. Heute haben wir "Capitalism" von Michael Moore gesehen. Sicherlich kein objektiver Film, aber dennoch sehr interessant.

Zum verkehrschaos hat heute der Istanbuler Marathon geführt (weltweit einziger Zwei-Kontinent-Marathon), der zu vielen Straßensperren und Ausfall von Bussen und Bahnen gesorgt hat. Zum Glück war aber nachmittags alles wieder einigermaßen zufriedenstellend - für ordnungsliebende Deutsche ;)

Gestern mussten Tobias und ich schon schweren Herzens Mete Lebewohl sagen, da in Karlsruhe morgen die Uni wieder beginnt. Den Abend haben wir mit reichlich Bier und vielen Freunden Metes ausgiebig genossen.

Nächsten Freitag wird hier in Istanbul eine der größten Partys steigen: eine Erasmusparty von über 10 verschiedenen Unis im europäischen Bahnhof. Wir haben uns mal karten besorgt und sind gespannt.

Eher traurig war letzte Woche das leise Ausscheiden der Türkei aus der Quali zur Fußball-WM-2010. Es tut mir auch sehr Leid, da die Türkei bei der EM für spannende Spiele gesorgt hatte.

Zum Thema "Tobias und Andreas erkunden die Kultur in Istanbul" gehörte am Freitag der Besuch der Biennale hier in Istanbul (temporäre, internationale, moderne Kunstausstellung). Im Vergleich zur Istanbul Modern habe ich noch weniger verstanden, war aber von einigen Exponaten sehr positiv überrascht und angetan. Jedoch sind aus meiner Sicht heraus zu viele Filme vorhanden, für die man zu viel zeit aufwenden muss.

Letzter Punkt vorm Schlafengehen: Ich habe einen Tisch ergattert. Was für einen Tisch? Ganz einfach: Für die Sperrung der A40 im nächsten Sommer im Rahmen Ruhr2010 - Kulturhauptstadt Europa. Einen Tag wird zwischen Dortmund und Duisburg die A40 gesperrt und mit Tischen eine lange Tafel gebildet. Dort soll ein riesiges Autobahn-Straßenfest stattfinden. Ein Tisch bei Essen-Frillendorf für 8 Personen ist jetzt meiner. Leider sind - typisch deutsch - zahlreiche Regeln aufgestellt: Kein Feuer, kein Müll, keine Flaschen... Muss mir jetzt was ausdenken, was an dem Tisch stattfinden soll. Weitere Infos gibts hier.

Freitag, 16. Oktober 2009

Eltern in Istanbul und Reiseplanungen

Mittwoch habe ich mich mit Mama und Papa getroffen und Ihnen Kadiköy und Moda gezeigt - also die Gegend, wo ich hier wohne.
Interessanterweise konnte man an der Uferpromenade die Überreste des Sturms vom Vortag erkennen, welche sich unter Anderem dadurch zeigten, dass das Schiffswrack mittlerweile verschwunden ist und stattdessen die Reste am Ufer lagen. Bisher lag ca 50 m vor der Küste ein gesunkenes Fischerboot (siehe einen der ersten Blogeinträge mit Fotos).
Abends hat uns Mete dann zu sehr gutem Wein und Essen eingeladen. Es war ein sehr gemütlicher und geselliger Abend - danke Mete!

Gestern sind wir zusammen Essen gegangen und haben mal wieder einige türkische Süßspeisen probiert. Sehr empfehlen kann ich folgende:

Sütlaç: auf der Oberfläche karamellisierter Milchreis mit leicht geänderter Konsistenz
Profiterol: mit Creme gefüllte Windbeutel, die mit einer Schokosauce garniert werden
Künefe: dünne süße Fäden werden in Sirup getränkt und mit einer Schicht Käse versetzt
Baklava: mehrere Lagen aus dünnen Teigplatten, die meist mit Pistazien oder Nüssen verfeinert sind

Gestern konnte ich mir dann mein Visum für Indien abholen, so dass dem Flug Ende November nichts mehr im Wege steht.

Zudem ist für die Interrail-Fahrt wieder einiges klarer geworden, da ich Tickets für die Strecke Wien - Neheim (mit 6stündigem Aufenthalt in München) erworben habe. Die neue geänderte Reiseplanung sieht nun einen Reisebeginn für den 15.12. und ein Ankommen in Neheim für den 22.12. vor.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Zufall, Uni, Wetter, Interrail, Weihnachten und vieles mehr...

Heute war mal ein sehr ereignisreicher Tag, obwohl ich zwei Vorlesungen hatte. Ich werde mal versuchen alles kurz, knapp und interessant darzustellen:

Bin wieder fast gesund. Die Stimme ist wieder da und auch Husten und Schnupfen sind auf ein Minimum geschrumpft.

Heute mittag haben Tobias und ich zufälligerweise auf dem Campus denjenigen getroffen, der in der Nähe von uns im Migros-Supermarkt arbeitet und uns dort ein paar Mal geholfen hat. Haben daraufhin zusammen zu Mittag gegessen und uns gut unterhalten.

Leider mussten wir dazu unseren privaten "Deutsch-Stammtisch" im Stich lassen. Wir haben einen gebürtigen Deutschen kennengelernt, der jedoch seit 10 Jahren in Istanbul lebt und dort auch zur Schule gegangen ist und nun studiert. Leider ist dabei sein Deutsch etwas eingerostet und er möchte mit unserer Hilfe wieder besser werden, da er gern mit Erasmus nach Deutschland gehen würde. Ehrlicherweise muss man zugeben, dass sein Deutsch echt gut ist und nur die Vokabeln wieder aufgefrischt werden müssen.

Die erste Vorlesung heute hat mal wieder bestätigt, dass die Professoren hier aus zwei Lagern stammen: entweder sprechen sie BE (British English) oder AE (American English), was nicht weiter schlimm, aber teilweise rechtschreibtechnisch etwas verwirrend ist.

Die zweite Vorlesung war demgegenüber weitaus verwirrender, da wir in der ersten Stunde nur private Urlaubsfotos der Professorin angeschaut, dabei ausländische Musik gehört und Reiseführer gelesen haben. Das war die Einführung zum Thema: "Culture and Consumer Behavior".

Nach der Uni wollte ich mich mit Mama&Papa treffen, doch diese konnten heute nicht von der Insel Büyük-Ada (eine der Prinzeninseln) zurückkehren, da der Wind und der Seegang die Fähren beeinträchtigte. Soweit mir aus den Telefonaten klarwurde, haben sie eine kleinere Fähre zum nächstgelegenen Festlandufer genommen und sitzen nun im Bus in Richtung Stadtzentrum. Zum Glück hat Mete uns gestern geholfen eine türkische Handy-Simkarte zu kaufen.

Über Weihnachten werde ich jetzt definitiv in Deutschland sein. Den Rückflug am 27.12. mit Turkish Airlines habe ich eben gebucht. Für die Hinfahrt habe ich mir auch eine Verbindung herausgesucht, kann aber noch nicht buchen, da die Fahrpläne derzeit nur bis zum 12.12. vorliegen. Leider werde ich die Reise wohl allein antreten, da Tobias in Istanbul bleiben möchte.


Mögliche Reiseplanung:

Abfahrt Istanbul 17.12. 22:00
Ankunft Sofia 18.12. 10:50

Aufenthalt in Sofia inklusive Übernachtung

Abfahrt Sofia 19.12. 19:30
Ankunft Bukarest 20.12. 08:45

Aufenthalt in Bukarest inklusive Übernachtung

Abfahrt Bukarest 21.12. 19:50
Ankunft Budapest 22.12. 13:21

Zwei mögliche Alternativen:

a)
Aufenthalt in Budapest inklusive Übernachtung

Abfahrt Budapest 23.12. 09:10
Ankunft Dortmund 23.12. 23:20

b)
Abfahrt Budapest 22.12. 21:05
Ankunft Dortmund 23.12. 13:21 (vermutlich aber doch später, weil ich dann noch einen Aufenthalt in Karlsruhe oder Nürnberg einschieben werde)


Nun heißt es jedoch erstmal Fahrplan abwarten und auf wenig Änderungen hoffen.

Montag, 12. Oktober 2009

Gesundheit

Leider hat sich mein Gesundheitszustand seit Mama und Papas Ankunft noch immer nicht stark gebessert. Die letzten beiden Tage hatte ich mit meiner Stimme zu kämpfen und auch im Moment kann ich noch nicht viel reden. Das Wetter ist im Moment noch brilliant, soll aber ab morgen sehr herbstlich, mit viel Regen, werden.

Tobias und ich genießen unsere zweistündige Mittagspause, in der wir wieder einmal formale, administrative Dinge erledigen wollten aber auch wieder einmal an der Abwesenheit der entscheidenden Personen gescheitert sind.

Der Sprachkurs heut morgen hat mal wieder gezeigt, dass unsere Türkischkenntnisse noch ausbaufähig sind. Das Niveau der anderen schwankt um unseres, liegt im Schnitt aber wohl darüber. Das bedeutet, dass wir ordentlich was tun müssen, aber auch viel lernen können.

Ich hoffe, dass ich in drei Tagen mein Visum (in Istanbul werden nur 50 $ und zwei Passfotos benötigt, aber dafür zig Formulare - vor allem, da ich kein türkischer Staatsbürger bin. Dank der türkischen Aufenthaltsgenehmigung ist es aber relativ unkompliziert.) für Indien in den Händen halten und meine Flüge buchen kann (inklusive Dubai - für ein oder zwei Nächte!). Werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten. Auch bezüglich meiner Planungen vor Weihnachten mit dem Zug über Bukarest und Budapest nach Deutschland zu fahren (Interrail sei dank).