Montag, 12. Juli 2010

Statistiken und Karten

Zuletzt werde ich euch noch mit einigen Statistiken zum letzten Jahr belästigen.

Zunächst einmal die Städte, die ich in der Türkei und den Nachbarländern besucht habe:
Türkei
Landkarte von StepMapStepMapTürkei

Hier die Städte, die ich auf den beiden Reisen per Bahn von Istanbul nach Deutschland besucht habe:
Interrail
Landkarte von StepMapStepMapInterrail

Hier eine Übersicht meiner Flüge (allerdings nicht nur aus dem letzten Jahr, großteils jedoch schon):
http://my.flightmemory.com/wirfweg


Bereiste Länder in den letzten 12 Monaten:

- Deutschland
- Türkei
- Schweiz
- Syien
- Vereinigte Arabische Emirate
- Indien
- Bulgarien
- Rumänien
- Ungarn
- Slowakei
- Österreich
- Griechenland
- Mazedonien
- Serbien
- Kroatien
- Slowenien
- Tschechien
- Polen
- Georgien
- (wird in zwei Wochen hinzukommen: Niederlande)

also insgesamt 20, davon habe ich 14 zum ersten Mal in meinem Leben gesehen

Lang ist der letzte Eintrag her, viel ist passiert...

Der letzte Abschnitt unserer Heimreise sollte Polen sein, doch zunächst die wichtigsten Punkte vom letzten Tag aus Prag. In quälender Hitze erklommen wir (eher unfreiwillig) einen der Hügel um Prag herum, was immerhin durch einen schönen Blick entschädigt wurde. Weiter ging es zur Burg, die eigentlich ein eigenes Stadtviertel darstellt und gewaltige Ausmaßen besitzt. Letzten Tagesordnungspunkt stellte dann das tägliche Bier mit Blick über Stadt dar. Einiger Schweiß musste dranglauben bis wir auf dem Hügel waren und dort gleich noch das große stadtüberragende Pendel in Augenschein nehmen konnten, das anstelle einer ehemaligen Stalinstatue steht.
Prag Teil 2

Abends folgte der für uns letzte Nachtzug nach Krakau. Dort hatten wir ein luxeriöses 3-Bett Abteil mit Klimaanlage und Waschbecken - bisher eindeutig der modernste Nachtzug, den ich jemals genutzt habe.

In Krakau angekommen, begrüßte uns der Regen - was ein Gegensatz zu der Hitze in Prag. Durch einen glücklichen Zufall - Isabell, Indien, AIESEC Praktikant - kannten wir jemanden, bei dem wir übernachten konnten und der uns die Stadt zeigte. Angeblich soll Krakau die schönste Stadt Polens sein, da die Häuserstruktur alt und die Sehenswürdigkeiten groß in der Zahl sind. Vom jüdischen Viertel mit Friedhof und Synagoge ging es an der Wawel-Burg vorbei in die Innenstadt. Gutes Essen und Bier sorgten dafür, dass wir abends gut präpariert tanzen gehen konnten. Am drauffolgenden Tag stand die Wawel-Burg auf dem Programm, inklusive Kathedrale, Grab von Lech Kaczinsky und den ehemals königlichen Palasträumen. Nicht zu vergessen auch die Drachenhöhle mit feuerspeiender Drachenstatue. Am späten Nachmittag gings dann per Express-IC in nur 2,5 Stunden nach Warschau.
Krakau

Der Bahnhof dort gehört schon zu den eindrücklichsten Erlebnissen: ein typischer 60er Jahre Bau und seit dieser Zeit unrenoviert besitzt einen ganz eigenen Charme. Ebenso das im Plattenbau untergebrachte Hotel, welches jedoch innen kernsaniert und sehr ordentlich war.

Der erste Tag in Warschau begann mit einer kurzen Tour durch die wiederaufgebaute Innenstadt, die mittlerweile Weltkulturerbe ist. Dieser kleine Teil Warschaus besticht durch äußerst ansehnliche Häuser, während der weitgehende Rest in typischer Plattenbaumanier hochgezogen wurde. Am frühen Nachmittag trafen wir dann einen polnischen Erasmus-Kommilitonen aus Istanbul, mit dem wir uns verabredet hatten. Gemeinsam schauten wir uns das Museum zum polnischen Widerstand und dem Aufstand im Warschauer Ghetto an. Ein sehr gut durchdachtes Museum, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Zum Essen gings in eine "Milch-Bar", die aber rein gar nichts mit Milch und auch nichts mit einer Bar zu tun hat. Diese Art von Essensgelegenheiten sind ein Überbleibsel aus der sowjetischen Zeit und bestechen durch ihre günstigen und guten Gerichte. Der Obdachlose sitzt neben der Hausfrau oder dem Manager und keiner stört sich am Nachbarn. Nach einem Bierstop ging es weiter ins Kino, aber nicht um einen Film zu schauen, sondern um das Deutschlandspiel gegen Spanien in 3D zu verfolgen. Eine sehr interessante Erfahrung mit einer 3D-Brille auf der Nase das Fußballspiel zu verfolgen.
Warschau

Der nächste Tag stand im Zeichen der qualmenden Füße, denn es ging auf Schusters Rappen durch weitere schöne Ecken Warschaus, u.A. an der Universität vorbei zum Präsidentenpalast. Im Park gönnten wir uns etwas Entspannung.

Der nächste Tag läutete das Ende unserer fast dreiwöchigen Tour ein, da es morgens mit dem Zug in Richtung Deutschland und Heimat ging, wo wir kurz nach Mitternacht ankommen sollten.
Der erste Zwischenstop lautete Frankfurt (Oder), wo wir einen kurzen Rundgang durch die Stadt, inklusive der Oderbrückenüberquerung nach Polen, unternahmen.
Frankfurt (Oder)

In Berlin blieb uns mehr Zeit, so dass wir auch dort wie schon in Zagreb und Warschau ehemalige Kommilitonen aus Istanbul treffen konnten. Zunächst haben wir mit Immi in Kreuzberg leckeres Eis gegessen  und danach Bier getrunken, bevor es mit Anita und Malaika zur Strandbar ging. Die Stunden verflogen schnell, die Erinnerungen an Istanbul wurden wach und dann hieß es auch wieder Abschied nehmen und endgültig nach Hause kommen.
Berlin

Soweit von mir, das war mein Jahr in Istanbul... Ab jetzt heißt es die nächste Kulturhauptstadt erkunden, nach Istanbul folgt Essen.

Sonntag, 4. Juli 2010

Salzburg bis Prag

Unglaublich in Salzburg so nah an Deutschlands Grenze zu sein. Doch leider war trotz deutschem "Blickkontakt" kein Handyempfang möglich. Der Bahnhof ist wie auch in Wien eine einzige Baustelle, erfreulicherweise von HochTief, wie ich als deren zukünftiger Praktikant feststellen durfte. Läppische 6 oder 7 Jahre dauert das ganze Projekt, so dass man bis dahin jeglichen Komfort und scheinbar auch freundliches Personal verzichten muss - willkommen im deutschsprachigen Raum. Das Gepäck blieb am Bahnhof und dann gings in sengender Hitze zur Aussichtsplattform auf den Berg. Die Stadt Mozarts schaut von oben recht einladend ein, was aufgrund großer Touristenmassen in den engen Altstadtgassen nur eingeschränkt zutrifft. Die Highlights sind auch schnell aufgelistet und ebenso schnell abgearbeitet: Kirchen, Kirchen, Kirchen, Mozarthaus 1, Mozarthaus 2 etc etc...


Salzburg

Diesmal sollte die Übernachtung preisgünstig erfolgen, die Stadt ist teuer genug. Über drei Euro für ein Bier, wer soll das denn bezahlen? Solche Preise habe ich zuletzt vor einem Jahr in Deutschland erlebt. Was man dafür in Syrien, Georgien, Serbien oder gar in Indien alles erstehen könnte... Nuja, die Lösung lautet Couchsurfing, eine Plattform, auf der man eigene Übernachtungsgelegenheiten gegen andere eintauscht. So durften wir bei Thomas im Gästezimmer schlafen, bekamen Frühstück und das alles nur für ein freiwilliges Gastgeschenk - das ist Gastfreundschaft!

Aber nicht nur das Preisniveau kam bekannt vor, auch die Straßensprache der Einheimischen war verständlich. Nein, nicht etwa Deutsch, sondern Türkisch wars.

Am nächsten Morgen gings noch auf die Burg und dann per Zug weiter nach Prag. Gute sieben Stunden dauerte dieses Vergnügen - in tschechischen Wagen ohne Klimaanlage eine einzige Freude. Im Gegenzug konnte der mobile Bordservice mit gutem, günstigen Budweiser aufwarten, was einiges wett machte.
Prag

Prag! Die Stadt der Städte: Prag! Zumindest war das so ca. meine Erwartung an diese Stadt, die mir von allen Seiten empfohlen wurde. Das Stadtbild ist auch wirklich schön, vergleichbar mit Budapest. Allerdings, leider touristisch ganz klar übervölkert. Seit Istanbul, seit Sultanahmet habe ich nicht mehr so viele Touris gesehen. Einhergehend natürlich auch erhöhter Touristennepp und potentielle Taschendiebe. Der zentrale Platz beherbergt derzeit ein Public Viewing, auch Rudelgucken genannt! Viel kleiner als in den großen deutschen Städten, aber immerhin! Unglücklicherweise brannte die Sonne so erbarmungslos, dass ich nur die ersten Minuten des Brasilien-Niederlande-Spiels aushielt. Erstaunlicherweise scheint sich die tschechische WM-Euphorie aber noch nicht eingefunden zu haben. Die Kneipen waren fast alle leer, von Stimmung gar nicht zu reden. Nach kurzer Suche konnte dann aber doch noch eine ausreichend große Leinwand gefunden und das Spiel genossen werden. Aber Prag besitzt natürlich noch viel mehr: die Karlsbrücke, einige sehenswerte Kirchen und das jüdische Viertel. Der Eintritt zum jüdischen Museum, Friedhof und den Synagogen ist gepfeffert und aus meiner Sicht durch das Gebotene auch nicht gerechtfertigt. Dennoch ein wichtiger Teil der Geschichte Prags, den man nicht verpassen sollte.
Am späten Abend gings dann zur Karlsbrücke, dem Wahrzeichen Prags. Dort angekommen wurden wir von einer zweifelhaften Type angequatscht, der uns gern das beste Gras aus Afghanistan verkaufen wollte. Nachdem wir ihn auf die Möglichkeit hinwiesen die Polizei zu alarmieren, war er sehr verärgert und düste ab, nicht ohne uns noch den Mittelfinger zum Abschied zu zeigen. Halt mögen die Pragkenner jetzt sagen, fehlt da nicht etwas, was ist mit der Burg? Da muss ich euch leider auf morgen vertrösten.

Heute fand ein abermaliger Tagesausflug statt, diesmal nach Pilsen, der Heimatstadt des PilsenerUrquell. Vom Bahnhof gings dann auch direkt zur Brauerei, wo wir 90 Minuten durch die Anlagen geführt und dann zur Verkostung gebeten wurden. Doch der Höhepunkt des Tages war etwas anderes: der deutsche Sieg gegen Argentinien. Im Brauereirestaurant (dem größten Restaurant in Tschechien) wurde dies vor der Leinwand angemessen gefeiert. Ein paar Pils mussten dabei noch dran glauben. Jetzt nur noch das Halbfinale in Warschau und dann das Finale wieder in Deutschland! Im Anschluss gings noch ins zugegebenermaßen sehr schöne, aber ausgestorbene Zentrum von Pilsen.
Pilsen