Montag, 7. Dezember 2009

Das war Indien

Leider sind die kurzen 8 Tage nun vorbei, in denen ich unglaublich viele neue Eindrücke gewinnen konnte. Auf jeden Fall werde ich irgendwann noch einmal nach Indien zurückkommen, das Land ist wirklich reizvoll. Allerdings muss man sich an die Mentalität hier gewöhnen.
Umso mehr bewundere ich wie Isabell hier als blonde Frau allein zurechtkommt.

Heute Nacht bin ich von Chandigarh zum Flughafen in Delhi gereist, was wieder ein kleines Abenteuer war. In der Theorie einfach: Bus zum Flughafen nehmen - fertig.
In der Praxis sieht das so aus: Mittags zum Busterminal gefahren und erfahren, dass angeblich alle Deluxe-Busse ausgebucht sind. "Aber kommen Sie doch um 23 Uhr wieder, dann können Sie noch Plätze bekommen. - Nein, Reservierungen gibt es nicht."

Also das Taxi mal vorsorglich auf 21:45 bestellt. Um 22 Uhr angerufen und erfahren, dass die Reservierung nicht gespeichert wurde. Also etwas Druck gemacht und siehe da, das Taxi war um 22:20 da. Dann zum Busbahnhof, wo ein heilloses Chaos herrschte. Man fragt fünf Leute und bekommt fünf verschiedene Antworten, wo man sich anstellen muss, welche Busse es gibt und wieviele Plätze noch frei sind. Nach einigen schweißtreibenden Minuten habe ich dann ein Ticket (im wahrsten Sinne des Wortes) ergattert. Der Bus fuhr natürlich nicht zum Flughafen, sondern nur ins Zentrum Delhis. Mein Sitznachbar war sehr gesprächig und sehr Wikipedia-belesen und hat mir alle möglichen Fakten erzählt. Irgendwann habe ich dann aber zwei Stunden schlafen können. Durch Zufall habe ich einen Express-Bus erwischt, der statt fünf nur vier Stunden nach Delhi brauchte. Dort angekommen, wurde ich von Rikschafahrern umlagert, die mich am Liebsten in ihre Rikschas gezerrt hätten. Ich hatte mir jedoch ein Taxi vorgestellt und habe einen Mitreisenden danach gefragt. Er hat sich dann der Rikschafahrer angenommen und mir erklärt, dass mich einer zum Taxistand fahren würde. Kaum saß ich dann drin, wollte mir der Fahrer die Fahrt zum Flughafen zu einem unverschämten Preis aufschwatzen. Das habe ich mir nicht bieten lassen und wäre fast wieder ausgestiegen.
Nach einiger Verhandlung haben wir uns dann aber auf einen sehr vernünftigen Preis geeinigt. Trotzdem war ich jetzt im dunklen, dreckigen und smogreichen Delhi dem Fahrer ausgeliefert. Schnell habe ich die Entscheidung bereut nicht auf das Taxi bestanden zu haben, da wir durch echt einsame Gegenden gefahren sind. Im Endeffekt bin ich aber nach 45 Minuten heil am Terminal angekommen. Zwischenzeitlich habe ich noch einige Versuche abblocken müssen mich zu irgendeinem Hotel zu fahren.

Es war mittlerweile vier Uhr morgens - noch knapp 7 Stunden bis zum Flug. Leider kam ich aber nicht ins Terminal. Dort darf man nämlich erst 3 Stunden vor Abflug rein. Das haben mir die Soldaten mit den MGs schnell klargemacht. Es gibt gegenüber aber eine Visitors Lounge, in der ich dann mehr schlecht als recht noch etwas Schlaf gefunden habe (Tasche als Kopfkissen, Wertsachen in den Boxershorts...).
Im Endeffekt hat aber wohl alles gut geklappt - ich habe nur 23 statt der erlaubten 30 kg Gepäck und werde gleich noch einen einstündigen Zwischenstopp in Dubai haben. In Istanbul werde ich erstmal Wäsche waschen, da es Donnerstag ja schon auf die Zugreise gen Deutschland geht (Vorausgesetzt, es klappt alles mit den Tickets).

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