Dienstag, 29. September 2009
Uni, die 2.
Da unerwarteterweise noch Zeit blieb, kümmerten wir uns um unseren Studentenausweis und unser Ticket für den öffentlichen Nahverkehr, sowie einige weitere organisatorische Dinge. Diesmal war das Ganze noch etwas schwieriger, da im Erasmusbüro niemand! Englisch sprach. Dank der google-Übersetzungshilfe und später einigen netten Studenten, die für uns übersetzten, bekamen wir aber was wir wollten.
Die erste Vorlesung, Consumer Behavior, war wirklich gut. Eine sehr engagierte Professorin hielt die Vorlesung vor ca 15 Studenten (Mehrzahl Erasmusstudenten, davon Mehrzahl Franzosen). Bei den türkischen Studenten war nur ein männlicher Student unter uns. Man muss sich die Vorlesung eher wie in der Schule vorstellen, was wirklich vorteilhaft ist. Nach der Besprechung des Vorlesungsinhalts fingen wir direkt mit den ersten Kapiteln an. Sie spricht ein sehr gutes Englisch (und Deutsch, da sie in Hamburg promoviert hat) und kann gut erklären. Ich hoffe, dass alle weiteren Vorlesungen auch so werden. Auch sie hat uns wieder vor dem Verkehr in Istanbul gewarnt uns weitere hilfreiche Tipps zum Überleben in Istanbul gegeben.
Heute abend war ich mit Tobias und seinen Mitbewohnern (Bruder und Schwester) hier in Moda unterwegs. Hier gibt es sehr schöne Ecken, die ich noch nicht kannte.
Uni: Einschreiben, Kurswahl
Ca gegen 13 Uhr betraten wir das Erasmus-Office der Uni, um uns zu registrieren und ggf. auch unsere Kurse zu wählen. Dort begegneten wir gleich weiteren Erasmusstudenten, die alle mindestens genauso verloren herumstanden wie wir. Nach kurzer Zeit wurde uns klar, dass man hier nur mit aktivem Ansprechen und Nachfragen etwas herausfinden konnte. Die mangelnden Englischkenntnisse der Erasmusmitarbeiter machte dies nicht gerade leichter. Schließlich erhielten wir die nötigen Formulare für den Studentenausweis und durch andere Erasmusstudenten auch die Information wie wir unser Studenten-Akbil (quasi ein Studenten-Bus-und-Bahn-Ticket), die nötigen Formulare für die Aufenthaltsgenehmigung bekommen würden und wo wir uns um 14 Uhr treffen sollten.
Brav dann mal mit den anderen mitgelaufen. Dort angekommen, kam nach einigen Minuten eine Professorin und fragte uns wer denn von den Erasmusleuten International Finance gewählt hätte, denn diejenigen sollten mit ihr mitkommen. Tobias und ich waren uns etwas unsicher, da wir eigentlich noch keine Kurse gewählt hatten, liefen aber einfach mal mit einem anderen Mädel hinterher. Relativ schnell wurde dann aber klar, dass die Professorin einfach ihre erste Vorlesung halten wollte und nichts von einer Einführungsveranstaltung wusste. Sie sagte uns dann, dass sie auch eine Orientierung geben würde und dass das vollkommen ausreichen würde. Wir waren jedoch skeptisch und gingen doch lieber zu den anderen Erasmusstudenten zurück, deren Zahl sich auf ca 40-50 erhöht hatte - die meisten davon Deutsche.
Nach kurzer Wartezeit wurden wir dann von den drei Erasmusmitarbeiterinnen der Fakultät abgeholt und die Einführung konnte losgehen. Interessanterweise wurde in der folgenden Stunde viel zu Istanbul erzählt (schlimmer Verkehr, Wetter nicht immer schön, nicht alle Menschen sind nett), aber sehr wenig zur Uni. Gut, dass wir zuvor schon durch die anderen Erasmusstudenten die notwendigen organisatorischen Basics erfahren hatten.
Gegen Ende wurden dann Stundenpläne ausgeteilt, die die derzeit gehaltenen Vorlesungen für die unterschiedlichen Semester beinhalten. Unsere Aufgabe bestand nun darin hieraus die Vorlesungen auszuwählen, welche in unserem Learning-Agreement stehen. Leider fanden Tobias und ich nur fünf Vorlesungen, wovon sich zwei noch überschneiden. Der Rest unserer 28 zuvor in Karlsruhe ausgewählten und mit den Professoren abgesprochenen Vorlesungen war nicht auffindbar (Wir hatten extra viele ausgewählt, um eine Wahlmöglichkeit zu bekommen). Man konnte uns auf Nachfragen aber auch nicht weiterhelfen, so dass wir jetzt vor der Situation stehen noch irgendwo die gewünschten Vorlesungen herzubekommen. Zum Einen werden wir uns mal andere Fakultäten und zum Anderen die Graduate Programme anschauen. Zur Not müssten wir Kurse wählen, die uns in Karlsruhe keinerlei Nutzen bringen würden (z.B. modern history of middle east). Das offizielle Programm war zu diesem Zeitpunkt zuende. Man teilte uns nur noch mit, dass wir jeden Professor fragen müssten, ob wir die Vorlesung bei ihm hören dürften, da einige ihre Unterrichtssprache zwischenzeitlich mal ins Türkische wechseln.
Zufälligerweise trafen wir beim Verlassen des Gebäudes noch ein Mädel, die dem Studenten-Erasmus-Club angehört hatte und uns noch kurz einige wesentliche Infos geben konnte (many parties, cheap drinks, holidays in november etc.).
Später dann noch mal wegen einiger Formulare von Fakultät zu Erasmus-Office und wieder zurück zurFakultät geschickt. Typische Bürokratie eben...
Als Ausgleich waren wir dann noch in der Carrefour-Shopping-Mall, die allerdings nicht besonders spannend und schon etwas heruntergekommen war. Besser war hingegen das Abendessen, das wir mal wieder mit den Leuten vom Sprachkurs genossen - Wohnung im Astoria Hotel mit genialem Blick.
![]() |
| Uni-Campus und Crèpe-Essen |
Montag, 28. September 2009
!! günstiger Flug nach Istanbul !!
Reisezeitraum: Mittwoch 30.09. bis 07.10.
Abflugort: Köln/Bonn
Airline: Condor
Über den Preis kann verhandelt werden, soweit ich weiß, hat Niklas ca 150 Euro für beide Flüge zusammen bezahlt.
Melde dich bitte rasch bei mir, wenn du Interesse hast!
Erasmusparty, Moda, Taksim
In den letzten Tagen habe ich mit Tobias unser Viertel erkundet und wir sind überaus begeistert. Eine tolle Promenade am Meer, ein großes Kneipenviertel und überaus große Einkaufsmöglichkeiten runden das perfekte Viertel ab. Weitere Informationen kann man hier finden.
Der gestrige Abend war sehr erholsam, da wir ausnahmsweise mal nicht unterwegs waren, sondern über das Internet die Wahl verfolgt haben und dabei die letzte Woche rekapituliert haben.
In der letzten Woche sahen unsere Abende folgendermaßen aus (Die Zeit in Klammern bezeichnet die Uhrzeit des Schlafengehens - man beachte, dass von Mittwoch bis Freitag jeweils um 9 Uhr Sprachkurs war, was mit Aufstehen um 07:30 verbunden war):
- Freitag 18.09.: Besuch des Restaurants Beyti und anschließendes Biertrinken und Tavla-Spielen in Moda (02:00)
- Samstag 19.09.: Fahrt nach Bursa und Bier in Besiktas (03:00)
- Sonntag 20.09.: International-Bayram bei Philipp (07:00)
- Montag 21.09.: International-Bayram bei Sara (03:00)
- Dienstag 22.09.: Nargile-Rauchen mit Besuch aus Karlsruhe vom Sprachkurs (01:00)
- Mittwoch 23.09.: Treffen mit Mete und Murat, Bier in Beyoglu nahe Tünel (04:00)
- Donnerstag 24.09.: Erasmusparty (03:00)
- Freitag 25.09.: Beyoglu mit Abel (französischer Türkisch-Sprachschüler), Philipp und weiteren Erasmusleuten aus Karlsruhe (03:00)
- Samstag 26.09.: Biertrinken und Livemusik genießen mit Mete und Philipp (03:00)
Wie ihr seht, war das eine volle Woche, die sicherlich auch eine Ausnahmeerscheinung darstellte. Es war immer sehr lustig und wir haben sehr interessante Gespräche geführt.
Am Donnerstagabend war ich auf der Erasmusparty der Istanbul Teknik Üniversitesi (ITÜ). Für mich begann der Abend dabei gegen 23 Uhr mit der Ankunft zum Vorglühen in einer Kneipe unterhalb des Galataturms. Wie erwartet war der Alkohol schon reichlich geflossen und erste Pärchen hatten sich gefunden, wobei die türkischen Studenten hier mit Abstand die meisten Erfolge vermelden konnten. Trotz alldem war die Stimmung gut und Deutsch die vorherrschende Sprache des Abends, da mehr als die Hälfte der Gaststudenten aus Deutschland stammen.
Im weiteren Verlauf des Abends ging es noch in den Joker Club, der empfehlenswert, aber an diesem Abend zu voll war.
Genial war die Rückfahrt gegen 2 Uhr, da ich wie in den letzten Tagen oft mit dem Dolmus heimfuhr. Wie in einem der vorherigen Artikeln beschrieben, handelt es sich dabei um ein Sammeltaxi, in welchem man interessante Gespräche führen kann. An diesem Abend lernte ich einen Erasmusstudenten aus Deutschland von der Marmara-Universität kennen, der interessanterweise nur wenige Straßenzüge von mir entfernt wohnt.
Am Samstag war das Wetter echt genial und so entschloss ich mich mal eine kurze Hose anzuziehen. Zunächst war diese Entscheidung auch absolut richtig, was sich nach dem Untergang der Sonne jedoch rasch änderte. Aber man ist schließlich nicht umsonst in der Türkei, wo Klamotten sehr günstig sind. Also gleich mal in Besiktas umgeschaut und erstaunlicherweise direkt neben dem Original-Adidas-Store eine Einkaufspassage mit lauter Klamottenläden gefunden. Dort habe ich dann nach kurzem Anprobieren eine 20 € "original" Levis-Jeans erhalten und den Abend zum Glück nicht gefroren. Sehr beliebt ist hier auch Abercrombie, Hugo Boss und vieles weitere mehr. Kann man alles überall original zu deutschen Preisen kaufen (teilweise etwas günstiger, habe auch schon Levis-Jeans für 50 € gesehen und Chucks für 45 €) oder an jeder Ecke noch etwas "originaler" und dann kosten T-Shirts nur noch 3-6 €, Pullover 10 € und Hosen eben 20 €.
Ich hatte mich sehr über den Besuch von Niklas gefreut, der Mittwoch landen sollte. Doch leider hat er sich beim Fußball mal eben das Schienbein gebrochen, liegt im Krankenhaus und wird nicht kommen können.
Donnerstag, 24. September 2009
Internet in der Türkei
Interessanterweise wurde aber selbst Herr Erdogan schon beobachtet wie er in der Türkei auf youtube gesurft hat - ihr merkt selbst, dass man die Sperre umschiffen kann.
Dieselbe Möglichkeit besteht auch für Dienste wie Zattoo (kostenlose Bereitstellung der öffentlichen Fernsehsender), die eigentlich nur im Inland nutzbar sind. Somit habe ich auch die Möglichkeit online deutsches Fernsehen zu empfangen. Meist habe ich dazu aber sowieso keine Zeit.
Fotoausstellung
Es war nicht einfach zu finden und befindet sich in einer Wohnung, die gerade renoviert wird, aber ist wirklich beeindruckend.
Anbei einige Fotos und der Ausstellungstext:
![]() |
| Fotoausstellung Istanbul |
Şevket Şahintaş
Das andere Gesicht der Nacht
8.9.-13.10.2009
Eröffnung 8.9.2009, 19.00 Uhr
İstiklal Cad. No.348 Suriye Pasajı Kat 4 Tünel
Nach Einbruch der Dunkelheit mischen sich unter das Publikum auf den Strassen Beyoglus Müllsammler, Obdachlose, Nachtarbeiter, Prostituierte und Transvestiten um das wenige was ihre Existestenz ermöglicht zu verdienen bzw. aus den Resten der Wohlstandsgesellschaft zu suchen.
Seit fünf Jahren dokumentiert Şevket Şahintaş (*1966) auf seinen Nachtschichten als Taxifahrer die nächtliche Realität und Brutalität auf den Strassen Istanbuls in Fotografien und Videos.
Manzara Perspectives zeigt in den Räumen der Suriye Passage eine Auswahl der insgesamt etwa 2000 Bilder und filmischen Sequenzen.
Nach diversen Ausstellungen und Reportagen im Ausland ist „Gecenin öteki yüzü“ (Das andere Gesicht der Nacht) die erste Ausstellung von Şevket Şahintaş in der Türkei.
Auf seinen Fahrten durch das nächtliche Istanbul hält Şahintaşim Blitzlicht seiner Kamera Momente, Gesten und Gesichter fest, die sonst im Dunkel der Nacht oder im toten Winkel der Ignoranz verborgen bleiben. Vor dem Hintergrund grellbeleuchteter Werbetafeln wirken sie wie dunkle Schatten und die Sujets der Konsumkampagnen werden ihr gegenüber gegensatz
Dieser Kontrast zwischen Scheinwelt und Realität könnte nicht of the normed society härter und zynischer sein. Ein paar Strassen weiter treffen die ungestillten Begehren und Sehnsüchte der normierten Gesellschaft und des Nachtgewerbes aufeinander und führen zu Exzessen, Prostitution und Aggressionen.
Eine Fotoserie zeigt einen Mann, der von einer Bushaltestelle zur Nächsten läuft, um dort jeweils nur etwa für eine halbe Stunde Schlaf zu verweilen. Während hinter ihm auf der Reklametafel ein Supermodel die Augen aufreisst und eine Bank Profite verspricht verändern sich das Erscheinungsbild des Mannes sowie seine Situation im Gegensatz zu den Werbeversprechen und –Kampagnen nicht.
Diese ca. hundert Aufnahmen entstanden in einem Zeitraum von knapp drei Jahren in dem Şahintaş diesem Mann immer wieder begegnete.
Auf vielen der Fotografien von Sahintas wird nicht nur die Divergenz sondern ganz einfach die Koexistenz von Idealvorstellungen wie sie in der Werbung strategisch bemüht werden und den Individuen, die sich ausserhalb jeglicher Zielgruppe und gesellschaftlicher Normen befinden, deutlich.
Wo familiäre Strukturen aufhören und die Gesellschaft mit Ausgrenzung reagiert, bleibt ein blosses Überleben, daß von Brutalität und Einzelgängertum gekennzeichnet ist. Diese Haltlosigkeit gewährt trotz des Verlusts des eigenen Raums nur einen ausschnitthaften Einblick und verdeutlicht die Unmöglichkeit, aus diesen Fotos die Einzelschicksaäle abzulesen.
Şevket Şahintaş geht es vor allem darum, die blosse Existenz, die weder eine Lobby hat, noch wahrgenommen wird, zu zeigen als etwa die Bilder zu politisieren oder funktionalisieren.
Auch inszeniert er das Elend nicht, um zu schockieren oder zu provozieren, wie es etwa das Ziel der Werbekampagne Toscanellis war. Vielmehr will Şahintaş auf die realen Inszenierungen aufmerksam machen, die sich während der Nacht in den Strassen abspielen.
dritte Woche Urlaub?
Am Montag und Dienstag haben wir hier International Bayram zelebriert, was bedeutet, dass wir uns mit einigen Leuten aus dem Sprachkurs getroffen haben und dann zusammen gekocht haben. Zudem kam am Dienstag überraschender Besuch aus Deutschland: Johannes aus dem Türkischsprachkurs in Karlsruhe war mit einer Architekten-Exkursionsgruppe da und wir haben zusammen über den Dächern von Istanbul Nargile geraucht.
![]() |
| International Bayram |
Gestern haben wir nach dem Sprachkurs die Zisternen besichtigt - sehr beeindruckendes unterirdisches Bauwerk, das schon fast an eine Kathedrale erinnert. Dank unserer Erasmusbestätigungen kamen wir für ein Drittel des eigentlichen Eintrittspreises hinein. Wir hoffen darauf, dass wir auch bald die Kart Müze erwerben können, mit der der Eintritt in viele Museen kostenlos ist und die einmalig ca 10 Euro kostet (zahlt man sonst allein schon für die Hagia Sophia).
![]() |
| Zisternen Istanbul |
Für die nächste Woche hat sich Niklas angekündigt, was mich sehr freut. Ich hoffe, dass die Uni einige Zeit lässt, um ihm einiges der Stadt zu zeigen. Vieles kann man aber gut selbst erkunden, was Theresa (Tobias Schwester) in den letzten Tagen getan hat.
Heute hat hier die Schule wieder begonnen, was sich an einer erheblich belebteren Stadt und volleren öffentlichen Verkehrsmitteln bemerkbar macht.
Weiter offen auf der Tobias&Andreas-Touristenprogrammliste in Istanbul sind Miniatürk, Topkapi und Dolmabahce Palast, sowie Galataturm.
Unglaublich wie schnell die Zeit verfliegt und noch immer fühlt es sich außerhalb des Sprachkurses stark nach Urlaub an.
![]() |
| ich in Istanbul |
Heute sind die ersten Postkarten nach sieben Tagen in Deutschland und Indien angekommen.
Bursa 2
Nachdem wir angekommen waren, liefen wir jedenfalls durch einen riesigen Basar (besser: wir wurden geschoben). Im Anschluss daran besichtigten wir die Ulu Camii (große Moschee), schlugen uns zum Tourist-Info-Point durch und im Anschluss nach abermaligem Umherirren auf dem Basar aßen wir irgendwo Iskender Kebap (sehr berühmt in Bursa). Gesättigt und wieder gut gelaunt, machten wir uns auf zur grünen Moschee, wo wir dann die Eltern von Nilüfer (Tobias Mitbewohnerin) trafen, welche uns mit dem Taxi bis zu Tophane verfrachteten. Dort tranken wir Tee und betrieben Kaffeesatzlesen (kann die Mutter sehr gut, allerdings nur bei unserem Kroaten, da sonst niemand Kaffee getrunken hatte).
Mehrfach genossen wir in Bursa den Blick auf den 2500 m hohen Uludağ, der im Winter ein großes Skigebiet beherbergt.
Da die Zeit hiernach schon sehr weit fortgeschritten war, packte uns der Vater kurzerhand alle in seinen AlfaRomeo und wir wurden mit 7 Leuten zum Fähranleger chauffiert.
Montag, 21. September 2009
Hier lebe ich
Größere Kartenansicht
Ich wohne hier nur 5 Dolmus-Minuten vom Fenerbahce-Stadion entfernt :)
Uni, Hunde, türkische Höflichkeit
In der darauffolgenden Woche, genauer am 05.10. habe ich einen Termin um meine Aufenthaltsgenehmigung für die Türkei zu erhalten. Die Bürokratie scheint hier ähnlich schwierig wie in Deutschland zu sein.
Gestern abend haben wir beim Philipp auf der Dachterasse eine herrliche Sicht über Istanbul genossen (siehe Fotos unten). Da es uns dort so gut gefiel, sind wir auch erst um 6 Uhr morgens mit dem Taxi nach Hause gefahren (und haben dabei meiner Meinung nach noch einige Umwege mitgenommen).
![]() |
| Dachterasse Philipp in Istanbul |
Für alle Katzen- und Hundeliebhaber gibt es hier in Istanbul jede Menge streunende Tiere, die nachts den Abfall durchwühlen. Glücklicherweise werden die Hunde regelmäßig geimpft, was man einer Markierung am Ohr nachprüfen kann. Meist haben die Tiere Angst vor den Menschen oder sind wenigstens friedlich. Man sollte jedoch nicht in ein kämpfendes Hunderudel gelangen.
Im Alltag habe ich bezüglich des Verhaltens der Türken einige interessante Entdeckungen gemacht: Grundsätzlich steht man von seinem Platz im Bus/U-Bahn/Metro auf, wenn eine ältere Person keinen Sitzplatz bekommt. Jedoch wird dafür an den Stationen nicht abgewartet, bis die aussteigenden Personen weg sind, sondern man drängelt direkt in den Zug. So kann es auch mal vorkommen, dass man nicht an der gewünschten Station aussteigen muss oder zumindest seine Ellbogen einsetzen muss, um sich den Weg durch die hineinströmenden Massen zu bahnen.
Sonntag, 20. September 2009
Bericht aus Bursa
Samstag, 19. September 2009
Zwei Wochen Istanbul
Hallo zusammen,
nach langer Zeit kommt nun mal wieder ein aktuelles Statusupdate meines Lebens hier in Istanbul zu schreiben.
In den letzten Tagen bin ich nicht dazugekommen, da ich nur selten zuhause war.
Der typische Tagesablauf sah folgermaßen aus:
07:00 Aufstehen
08:00 Fähre zum europäischen Stadtteil nehmen
09:00 Beginn Sprachkurs
13:00 Ende Sprachkurs mit anschließendem Mittagessen und Teetrinken
abends gemeinsames Abendessen und danach wahlweise Wasserpfeife oder Bier
Meist haben wir den Nachmittag in einem Cafe mit Blick über den Bosporus verbracht, von denen es nicht gerade wenige gibt.
Vorgestern sind wir dann zu einer der sogenannten Prinzeninseln gefahren, die im Marmarameer vor Istanbul liegen. Dort haben wir uns die Pferdekutschen gespart (Autos sind auf den Inseln verboten) und sind zu Fuß auf den Hügel gestiegen, von wo aus man mit einer großartigen Sicht für den anstrengenden Aufstieg belohnt wird.
Gestern waren Tobias und ich nachmittags auf der Bagdad-Straße unterwegs, um einzukaufen. Die Straße besteht ausschließlich aus Flagshipstores aller namhaften Kleidungsproduzenten, so findet man von Lacoste über Marks&Spencer bis hin zu Quicksilver wirklich alles. Dabei unterscheiden sich die Preise allerdings kaum von denen in Deutschland. Nur im Indirim (Rabatt/Ausverkauf) gibt es einiges günstiger. In den Seitenstraßen befinden sich etwas zweifelhafte Outletstores, in denen man T-Shirts für 2-5 Euro und Pullover/Hoodies für ca 10 Euro bekommt. Die Echtheit der Ware kann ich dabei nicht garantieren...
Am Abend sind wir dann zum angeblich besten Fleischlokal der Türkei (Beyti) gefahren und haben uns dort in feinem Ambiente den Gaumen verwöhnen lassen. Die Preise waren fair und der Umgebung angemessen. Ein echtes Highlight war die Herrentoilette, auf der im Pissoir Eiswürfel waren (siehe Foto), die wohl den Geruch reduzieren sollen.
Im Augenblick befinde ich mich auf der Fähre nach Bursa, die eigentlich ein kleines Kreuzfahrtschiff ist. Hierbei schwindet der Unterschied zum ICE oder Flugzeug im Fahrkomfort auf ein Minimum. Allgemein gibt es in Istanbul zwei Arten von Fähren: „normale“ und „Fast Ferries“. Die letztgenannten machen ihrem Namen alle Ehre, wobei man den Nachteil hat kaum etwas von der Fahrt mitzubekommen. Man stelle sich einfach eine etwas vergrößerte Flugzeugkabine auf dem Wasser vor, dann bekommt man einen Eindruck von der Art der Fähren. Interessante sind die etwas langsameren Fähren, bei denen man auch die Möglichkeit besitzt sich draußen aufzuhalten.
Nach dem Bayramfest (Zuckerfest) hier in der Türkei (Sonntag bis Dienstag wird das Ende der Fastenzeit gefeiert) wird für Tobias und mich der Sprachkurs leider erst einmal zuende gehen, da wir am Mittwoch zur Uni müssen und hoffentlich erstmals etwas zu unseren Kursen erfahren werden. Wir haben viele nette Leute im Kurs kennengelernt, mit denen wir viel unternommen haben. Zu erwähnen sind dabei die netten Familienväter Patrick (Schweden) und Craig (Neuseeland), die als Hausmänner in Istanbul sind, während die Frauen das Geld verdienen. Trotz der Tatsache, dass wir den Altersschnitt im Kurs deutlich gesenkt haben, war es immer eine nette Runde.
Mittlerweile fühle ich mich immer wohler in Istanbul, wobei ich mich nie wirklich „fremd“ gefühlt habe. Sobald man einmal das Nahverkehrssystem mit Fähren, Bussen, Metros und Sammeltaxen (Dolmus) verstanden hat, kommt man überall hin, wobei die Fahrzeit immer vom tagesaktuellen Stau abhängt. Zu den letztgenannten Dolmus muss man sagen, dass dies eine türkische Erfindung ist, die ich genial finde. Es gibt 7 Plätze und das Taxi fährt los, sobald es voll ist, wobei es immer eine bestimmte Route fährt. Man kann dabei an jeder beliebigen Stelle aus- oder einsteigen. Der Fahrpreis bewegt sich immer zwischen 0,75 und 1,5 Euro.
Dienstag, 15. September 2009
Sonntag, 13. September 2009
Efes
Hier im Viertel scheint ne Menge zu gehen. Alle paar Meter kann man Alkohol kaufen, Moscheen gibt es nur eine, dafür drei oder vier Kirchen. Zudem ist hier um die Ecke abends echt viel los. Richtiges Kneipenviertel. Ich würde sagen größer als in den meisten deutschen Großstädten :)
Tobias wird wohl nur zwei Straßen weiter einziehen. Genaueres gibts bestimmt bald in seinem Blog.
Wohnung gefunden
bin nun umgezogen und wohne in einer Wohnung in Kadiköy-Moda: GoogleMaps-Link
Dort bin ich mit einer 35jährigen Anwältin in einer 130 qm Wohnung über 2 Etagen. Ist alles sehr sauber und ordentlich, keine Partywohnung, aber sehr nett und ruhig.
Um die Ecke befinden sich alle wichtigen Geschäfte und die Fähranlegestelle, um zum euröpäischen Ufer zu kommen.
Unten sind einige Fotos:
Donnerstag, 10. September 2009
Starbucks best friends
Allerdings funktioniert seit gestern das Vodafone-Handynetz aufgrund der Flut nicht vernünftig. Hoffe, dass die Probleme bald vorbei gehen.
Wir treffen jetzt noch eine andere deutsche Erasmusstudentin, die wir über zwei, drei Ecken kennengelernt haben, bevor dann heute abend die ersten Wohnungen besichtigt werden.
Flut
Das Wetter bessert sich auch erst Wochenende (wobei es scheinbar immer nur abends/nachts richtig heftig regnet).
Ansonsten werde ich mir heute zwei Wohnungen ansehen und natürlich wieder brav Türkisch lernen.
Der gestrige Tag war für die Türkei nicht sehr erfolgreich, da sie nur 1:1 gegen Bosnien-Herzegowina gespielt haben und somit akut gefährdet sind nicht an der WM 2010 teilzunehmen.
Dienstag, 8. September 2009
Istanbul, die Stadt, die niemals schläft...
- Gestern den berühmten Istanbuler Stau mitbekommen und ewig im Bus gesessen
- Straßenhunde und -katzen gibt es hier in Massen
- Franzosen im Türkischsprachkurs sind eine echte Bereicherung: Nicht nur lustige Aussprache, sondern auch noch größere Inkompetenz als bei Tobias und mir
- Die Bezahlung eines Sprachkurses dauert eben 35 Minuten
- Nargile-rauchen ist tägliches Pflichtprogramm
- Aus einem Wohnungsgesuch ist nicht ersichtlich, ob Andreas male or female ist
- Tobias und Philipp haben auch tolle Blogs hier aus Istanbul
- Karten für Istanbuler Fußball-Lokalderbys sind nur mit stundemlangen Warten zu erhalten: diesmal leer ausgegangen
- Istanbuler Regen sorgt für Straßen, die sich in Flüsse verwandeln
- Schlafen kann man überall, aber nicht in Istanbul
- Starbucks ist ein Garant für Internet (nur nicht mit dem iPhone, Philipp ;) )
- Warum selbst kochen, wenn man überall so gut essengehen kann?
- Heute kein Hungergefühl verspürt, nur Appetit: Aber trotzdem einfach gegessen. Nennt mich Klößchen (-> TKKG), wenn ich wieder in Deutschland bin
- In Istanbul haben Stechmücken besonderen Hunger
- Macht çay (Tee) eigentlich süchtig?
- nützliches Türkischwörterbuch
Montag, 7. September 2009
Merhaba
Weniger Studenten dabei als erwartet, aber dafür ist der Kurs komplett auf türkisch, was nicht schlecht ist.
Heute nachmittag dann sehr viel Zeit investiert um eine türkische Handy-Simkarte zu erwerben (nicht einfach). Zudem von der Dachterasse des Goetheinstituts einen wunderbaren Blick über den Bosporus genossen.
Jetzt nutzen wir im Starbucks das WLAN und suchen mal nach Zimmern.
Erste Tage vor Ort
Doch nun erstmal ein kurzer Bericht zu den letzten zwei Tagen in Istanbul, die wahnsinnig schnell herumgingen.
Samstag ging es um 8 Uhr in die Luft, wo wir um 9 Uhr den ersten Raki orderten
Anschließend fuhren wir mit unserem privaten Guide, Herrn Kilic, in die City und erkundeten den Ort der Sprachschule, wo wir ab morgen sein werden. Nach einigen sehr hilfreichen Tipps von Mete landeten wir in der Nargile (Wasserpfeife)-Bar.
Dann hatten wir das Glück mit vielen Freunden von Mete zunächst das traditionelle iftar (Fastenbrechen) mitzuerleben und dann wiederum bei einer nargile das WM-Qualifikationsspiel der Türkei zu sehen. Das Fastenbrechen ist beeindruckend, da alle gleichzeitig mit dem Essen (und Trinken!) beginnen (zuerst eine Dattel) und dann die Kalorien des Tages zu sich nehmen.
Heute haben wir dann eine Tour am Bosporus entlang gemacht und dann am Taksim Philipp aus Karlsruhe, der mit uns im Türkishsprachkurs war und wieder sein wird, zu treffen. Es folgte heute Abend wieder das iftar.
Sonntag, 6. September 2009
Gut angekommen
nur ganz kurz von mir: Es hat alles prima geklappt, uns geht es gut und Mete hat schon den fleißigen Stadtführer gespielt :)
Gestern Abend haben wir das Qualifikationsspiel der Türkei gesehen, dabei Nargile (Wasserpfeife) geraucht und viele von Metes Freunden kennengelernt.
Fotos und weitere, detailliertere Berichte werden folgen...






