Freitag, 28. Mai 2010

Der Stadtstrand von Istanbul...

...befindet sich in Şile, etwa 70 km außerhalb von Istanbul am schwarzen Meer. Mit dem Bus ist man in zwei Stunden dort und kann sich von der Hektik Istanbuls erholen. Gestern war auch nicht viel los und man konnte sich die Massen, die sich dort am Wochenende Handtuch an Handtuch liegen nur schwer vorstellen. Das Wasser war herrlich klar, wenngleich ein wenig kalt. Die Außentemperatur mit annähernd 30 Grad hat es aber sehr erträglich gemacht. Als nächstes muss ich das Pendant in Europa - Kilyos - noch testen.

Şile

klassisches Konzert in der Hagia Irene

Der Kirchenbau der Hagia Irene liegt im Schatten der großen Schwester der Hagia Sophia. Im Gegensatz zu dieser wurde sie aber nie in eine Moschee umgewandelt, sondern überlebte als Kirchenbau innerhalb der Mauern des Topkapı-Palastes. Nur zu besonderen Gelegenheiten kommt man in den Genuss einen Blick ins Innere zu werfen. Mittwoch war dieser Moment gekommen: Der Unichor der Boğazici-Universität bot eine starke Performance. Dabei kam der gute Klang der Kirche voll zur Geltung.

Hagia Irene - Konzert

Montag, 24. Mai 2010

arabischer Abend

Gestern abend war ich im Nobelviertel Nisantasi arabisch essen. Aber nicht in einem der schicken Restaurants, sondern privat bei einem kroatischen Kollegen aus dem Sprachkurs, den ich ganz zu Beginn meines Aufenthaltes, also vor sieben Monaten, kennengelernt habe.

Einer seiner Mitbewohner ist Araber und hat mit einigen arabischen Freunden ein tolles Essen gezaubert.
Anwesend waren zudem ein Englisch-Ägyper, eine Israelisch-Holländerin, eine Russisch-Kanadierin, Tobias und seine türkische Mitbewohnerin Nilüfer. Zusammen mit allen doppelten Staatbürgerschaften mindestens elf Nationen bei neun anwesenden Personen: das nenne ich interkulturell! Es gab dabei ein herrliches Sprachgemisch in Arabisch, Türkisch und Englisch :)

Traditionsgemäß haben wir das Essen auf dem Teppich eingenommen und statt Besteck die Hände genutzt.

Montag, 17. Mai 2010

Das Bange Zittern...und die Niederlage

Update: Zwei deutsche Zeitungsartikel zum besseren Verständnis der Situation nach dem Meisterschaftsendspiel.

Daums böses Erwachen am Bosporus (ARD Sportschau)
Falschmeldung kostet Daum den Meistertitel (Welt Online)


Die Meisterschaft der Türkei war bis zur letzten Sekunde spannend. Kein Vergleich zum langweiligen deutschen Titelrennen. Zunächst läuft alles super, Fener führt gegen Trabzonspor und ist auf dem Weg zur Meisterschaft. Doch dann gleicht Trabzon aus und Bursa führt auch noch gegen Besiktas. Vergeblich rennt Fenerbahce gegen das Trabzonspor-Tor an. In den letzten Sekunden der Nachspielzeit gibt es Hoffnung: Es wird von dem Ausgleich durch Besiktas gemunkelt, dadurch wäre Fener Meister. Der Jubel beginnt. Doch dann die Gewissheit auf dem Bildschirm: Bursa gewinnt doch und wird Meister. Enttäuschung... Der Frust wird mit Jägermeister und Raki bekämpft.

Der Wechsel der Gefühle hier im Überblick:

Dardanellen und Ägäis

Man nehme ein Mietauto, einen Türken und zwei deutsche Erasmusstudenten, schicke diese um 06:30 in Richtung Thrakien und beobachte die Entwicklung.

Zunächst Tekirdag, die Raki-Hauptstadt der Türkei am Marmarameer. Sonst auch nicht weiter erwähnenswert. Anschließend geht es weiter nach Eceabat auf der Gallipoli-Halbinsel. Auf dieser Halbinsel gelang im ersten Weltkrieg der Sieg gegen die Alliierten, der die Spaltung des osmanischen Reichen verhinderte und den Grundstein für die spätere Republikgründung bereitete.

Heutzutage erinnern große Denkmäler und Friedhöfe an die zahlreichen Toten auf beiden Seiten. Besonders Australier und Neuseeländer sind oft gesehene Gäste, da deren Armeen zwangsweise unter britischem Kommando stehend auf alliierter Seite kämpften.

Beeindruckend ist das große Denkmal an der Südspitze, welches den getöteten türkischen Soldaten gewidmet ist.

Mit der Fähre erreicht man die asiatische Küste, wo die Universitätsstadt Canakkale liegt. Dementsprechend junges Publikum prägt die schöne historische Innenstadt. Eine große Befestigungsanlage diente der Verteidigung des Marmarameeres.

Die übermüdeten Urlauber landen schon vor 11 Uhr in den Betten.

Am nächsten Tag ein *Ironie ein* Highlight *Ironie aus* der Reise: Troja. Schliemanns grandiose Entdeckung ist keinen Besuch wert, die meisten Funde sowieso in deutschen Museen. Ein Foto mit dem nachgebauten trojanischen Pferd ist jedoch Pflicht.

Weiter geht es nach Bozcaada, eine der beiden türkischen Inseln in der Ägäis. Nur ca 50 km von der nächsten griechischen Insel entfernt, befindet sich das größte Weinanbaugebiet der Türkei, sowie unverbaute Strände und ein malerisches, ehemals griechisches Fischerdörfchen. Vom Massentourismus verschont, baden wir im herrlich klaren Wasser und genießen den Ausblick übers Meer.

Wie gern würde man noch ein paar Tage länger bleiben, doch die Zeit ist knapp. Der Regen sorgt für einen schnellen Aufbruch und zum nächsten Ziel: Assos. Über kleine Küstenstraßen (Kategorie: für LKW ungeeignet) geht es durch unvermüllte! Natur zum kleinen Fischerdorf. Direkt gegenüber liegt Lesbos, das Handy findet griechisches Netz und begrüßt uns in der EU. Mete löst auch schwierigste Straßen(?)verhältnisse souverän. Den Abend verbringen wir mit Bier am Wasser. Auch hier lässt es sich aushalten, wenngleich außer Meer und Natur nicht viel vorhanden ist. Keine Apotheke, kein Bankautomat, kein Supermarkt...nichts.

Am letzten Tag geht es auf den Berg bei Assos, der Blick auf das Meer und Lesbos ist grandios. Das Wetter auch, so dass die türkischen Touristen in Scharen herbeiströmen. Selbst alte Mütterchen stampfen langsam den Berg hinauf.

Mittags geht es dann den langen Weg nach Istanbul zurück.


Ägäis-Urlaub

Montag, 10. Mai 2010

neue, alte Stadt?

Eskisehir - dem Namen nach "alte Stadt" ist in Wirklichkeit eine recht junge Universitätsstadt, die bei 500.000 Einwohnern immerhin 50.000 Studenten besitzt. Zwischen Istanbul und Ankara gelegen, gehört sie zu den Eisenbahnknotenpunkten.


Größere Kartenansicht

Die Stadt erinnert dank ihrer gepflasterten und grünen Innenstadt an deutsche Kleinstädte. Bekannt ist sie vor allem für den Meerschaumabbau, zu dessen Anlass man sogar ein Museum eingerichtet hat. Außer diesem und einem schön renovierten Altstadtteil gibt es nicht viel mehr zu sehen. Die Atmosphäre ist jedoch schön, der Unicampus auch und so haben wir dort einen schönen Tag verbracht.

Der Transport war abermals etwas schwierig, da alle für die Rückfahrt infrage kommenden Züge ausgebucht waren. Aus diesem Grund musste der Bus dranglauben, der sich im Schnecktempo über Serpentinenstraßen gearbeitet hat und aus diesem Grund zwei Stunden langsamer als der Zug war.
Eskisehir

Samstag, 8. Mai 2010

Hamam oder auch: Knochenbrecher an der Arbeit

Nach dem anstregenden Palastbesuch wollte ich mir etwas Entspannung gönnen und das erste Mal ein türkisches Hamam aufsuchen.

Also rein ins von Mimar Sinan im 17 Jahrhundert gebaute Gebäude. Badelatschen an- und den Rest der Kleidung ausziehen. Dann den Lendenschurz (Küchentuch) anlegen und ab unter die Dusche.

Anschließend geht es in den eigentlichen Hamambereich, den man sich so vorstellen kann (Bild vom Cagaloglu Hamam in Istanbul):


In diesem Hamam gibt sogar eine Sauna, in der ich auf den Masseur warte. Der kommt, nimmt mich mit und wäscht mich zum ersten Mal in meinem Leben richtig. Es ist schon ein sonderbares Gefühl die eigenen Hautschuppen im Abfluss verschwinden zu sehen. Unglaublich, was sich da für ein Dreck über die Jahre angesammelt hat :)

Hiernach folgt die "Massage". Erster Tipp: Muskeln während des Massierens nicht anspannen. Problem: Leichter gesagt als getan. Zweiter Tipp: Böses Lachen den Bademeisters ignorieren. Problem: Leichter gesagt als getan.

Die Massage dient wohl ausschließlich zum Testen der Beweglichkeit des Badegastes (Arm hoch, Arm runter, Arme verschränken. Gesamtes Gewicht des Bademeisters auf den verschränkten Armen. Klatsch. Mit der flachen Hand auf den Oberschenkel gehauen. Klatsch, gleich nochmal. Klatsch, auch auf den Rücken. Beine verschränken, selbe Prozedur...) und zum Einrenken aller im Körper befindlichen Muskeln.

Der gepeinigte Gast wird nun noch gewaschen. Empfehlung des Bademeisters: "Augen zulassen!". Eine recht angenehme Kopfmassage wird durch abermaliges Hin- und Her-zerren der Arme und Beine unterbrochen. Der Schaum beißt in den Augen. Der Schaum bedeckt Nase und Mund und macht das Atmen schwer. Doch zack, kommt schon der Schwall kaltes Wasser und wäscht den Schaum wieder ab. Jetzt fühle ich mich gleich fünf Jahre älter.

Der Bademeister gibt mir die Hand und gibt mir zu verstehen ich solle meinen Lendenschurz wechseln. Doch ich denke nicht daran jetzt schon wieder zu gehen. Nein, so schnell bin ich nicht kleinzukriegen. Also nochmal rein in den Baderaum und auf die heiße, runde Liegefläche. Anschließend nochmal in die Sauna und dann nach einer Dusche zurück in meine Kabine. Dort werde ich fachgerecht in Handtücher gewickelt und lege mich auf die Liege. Nun heißt es entspannen:


Ich denke ich werde wiederkommen...bald.

Sommerresidenz

Bei dem warmen Sommerwetter muss man sich langsam mal nach einer Sommerresidenz umschauen.
Meine gestrige Wahl fiel auf den Beylerbeyi-Palast am asiatischen Bosporus-Ufer, den ich für sehr gelungen halte. Schon Sultan Abdülaziz nutzte den Palast für warmen Sommermonate. Sicherlich müsste man die technische Infrastruktur noch etwas nachrüsten, doch ansonsten ist er schon recht gut möbliert. Mit seinen 28 Zimmern wäre er mir in der Größe sehr angenehm.
Einziges Problem ist der noch fehlende Harem. Da muss ich mir noch was einfallen lassen...

Donnerstag, 6. Mai 2010

Gypsy-Hıdrellez-Festival

In Istanbul herrscht Sommer. Seit gestern auch offiziell dank des Hıdrellez-Tages, der den Sommeranfang markiert. An diesem Tag sollen sich die Propheten Hızır und İlyas auf der Erde getroffen haben. Detaillierte Informationen zum Feiertag kann der interessierte Leser hier nachschauen.
Unter Anderem kann man sich an diesem Tag etwas wünschen und darauf hoffen, dass es in Erfüllung geht.

Gestern fand zu dem Anlass ein Gypsy (ist Zigeuner politisch korrekt?) Festival statt. Über 100.000 Leute genossen türkische Musik gepaart mit Balkanliedern. Zudem gabs viel zu Essen und noch mehr zu Trinken (aber im Wesentlichen Bier).

Insgesamt ein großes Spektakel, das sich wirklich gelohnt hat!



Samstag, 1. Mai 2010

Frankfurt

Nach Bochum habe ich noch eine recht kurze, aber schöne Zeit bei Gudrun und Peter in Limburg erlebt. Hiermit nochmals Danke an euch beide!

Von dort aus gings dann nach Frankfurt, wo ich vorm Rückflug noch zwei Stunden lang die Innenstadt erkundet habe. Es war schöner als ich es in Erinnerung hatte und von dort habe ich auch einige Fotos:












Zuletzt noch ein Foto vom Landeanflug über den Bosporus: