Montag, 30. November 2009

Indien: faszinierend, spannend und herausfordernd

Delhi ist eine sehr beeindruckende Stadt mit wahnsinnigen Kontrasten. Zuerst haben wir uns Teile Neu-Delhis angesehen, die eindeutig den Kolonialstil Englands repräsentieren - große Prachtbauten, die teilweise etwas verfallen, aber immer noch imposant sind. Dazu gehört das India-Gate, ein großes Kriegsdenkmal, das an den Arc de Triomphe in Paris erinnert. Der Connaught-Place, ein riesiger kreisförmiger Platz mit einem Park in der Mitte, ist das Zentrum Neu-Delhis. Dort findet man alle internationalen Top-Geschäfte wie Adidas etc. Wir haben in einem sehr luxuriösen Restaurant für kleines Geld ein Super-Mittagessen bekommen.
Allgemein ist das Preisniveau hier erschreckend niedrig. Damit einhergehend auch die überall vorherrschende Armut. Gerade erst habe ich gelesen, dass 2/3 der Bevölkerung Indiens von weniger als 2 $ pro Tag lebt - unglaublich!
Das Hauptverkehrsmittel sind Rikschas (Fahrrad- und Motorrikschas), Fahrräder und Kleinwagen. Isabell schafft es erstaunlicherweise immer den Rikschafahrern den Preis zu diktieren, indem sie beim Feilschen um keine Rupie erhöht.
Das Verkehrsaufkommen ist in Delhi extrem und Staus vorprogrammiert. Dabei wird sekündlich die Hupe genutzt - auf Dauer gewöhnt man sich wohl daran...
Die Gerüche (oder soll ich Gestank sagen?) auf den Straßen sind ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Viele Inder verrichten ihre "Geschäfte" am Straßenrand und die Tiere tragen auch ihren Teil dazu bei. An einigen Stellen (etwa in Parks) verbieten Schilder extra das öffentliche Urinieren.
Durch die Mangelernährung sieht man allenthalben physisch eingeschränkte Personen. Überhaupt sieht man jede Menge Leute - man merkt, dass hier die zweitgrößte Bevölkerungsstärke der Welt vorherrscht.
Nach dem Mittagessen haben wir unser Gepäck am Hotel abgeholt und sind ins alte Delhi gefahren. Auf dem Weg konnten wir eine ziemlich bewegende Szene beobachten: ein junger Mann blutete stark am Kopf, wurde auf einer Fahrradrikscha transportiert und stand dann wie wir ewig im Stau. Ich will stark hoffen, dass sie es rechtzeitig zum Arzt? geschafft haben.
In Alt-Delhi haben wir uns das rote Fort angeschaut: ein imposantes Bauwerk. Aufgrund mangelnder Zeit haben wir nur von außen geschaut und sind dann weiter zum Busbahnhof. Das ist wirklich ein Ort, an dem man sich nicht lange aufhalten möchte.
Interessant sind die verschiedenen Typen von Bussen, die es gibt. Die Local Busse sind die unterste Kategorie: das Gepäck wird aufs Dach geschnallt, die Menschen drängen sich im Bus, der bestimmt schon 30 Jahre auf dem Buckel hat. Besser sind Volvo or Luxury Busse, die den deutschen Reisebussen entsprechen.
Bei uns wurde während der Fahrt ein Hindifilm gezeigt. Man versteht zwar außer ein paar Brocken Englisch, die gesprochen werden, nicht viel, aber die Bilder sind beeindruckend. Steht den Hollywoodfilmen in nichts nach. Viel Musik, Liebe, Action - alles in einem Film vereint.
In unserem Bus (Volvo-Klasse) saßen eindeutig Menschen der mittleren Einkommensschicht, die sich schon optisch von den armen Menschen unterscheiden. Erkennbar ist zudem der Unterschied zwischen Nordindern und dem Rest. Eine vestimmte Klasse/Art/Kaste? sieht ein bisschen wie klischeehafte Türken aus: mit Oberlippenschnauzbart.
Die Straße von Delhi nach Chandigarh ist ziemlich gut ausgebaut, man sieht aber jede Menge Leute zu Fuß die Straße entlanggehen.

Von Chandigarh konnte ich zwar im Dunkeln nicht viel erkennen, aber die Straßen sind breiter als in Delhi und alles wirkt etwas ordentlicher.
Als kleine Hintergrundinfo empfehle ich euch folgende Infos: Wikipedia und diesen Artikel aus der Zeitschrift Brand Eins

Das Hotel in Chandigarh ist ziemlich gut und als wir ankamen, war dort gerade eine Hochzeit in vollem Gange.

Jetzt gerade sind wir nach dem Frühstück zu Isabells Trainee-Haus gelaufen, das sich nur wenige Meter vom Hotel entfernt befindet.

Erste Fotos vom Abflug in Dubai bis zur Ankunft in Chandigarh Sonntag Nacht:

Indien


Ich schreibe später weiter, jetzt gehts zur Stadttour in Chandigarh.

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