Donnerstag, 17. Juni 2010

Trabzon

Berühmt für Fisch, vor allem Hamsi (Sardellen), den Hafen und natürlich den typischen Trabzon-Nasen :)

Montag Nachmittag gings los, mit dem Flugzeug ist man bequem in 1,5 Stunden dort. Der Flughafen liegt schön direkt am Meer. Bei 30 Grad und drückender Schwüle gings auf Zimmersuche: immer schön rauf in den dritten oder vierten Stock und dann wieder raus - da kommt Freude auf. Den Abend haben wir dann bei Bier und Fußball ausklingen lassen.

Zweiter Tag: Das berühmte Kloser Sumela auf 1300 m Höhe in der Nähe von Trabzon ist ein Muss. Wunderschön gelegen und mit einem tollen Ausblick wird man für das Hinauflaufen belohnt. Dabei haben wir einen netten Kanadier kennengelernt, mit dem wir im Anschluss noch die Hauptsehenwürdigkeit Trabzons - die Hagia Sophia (wie in Istanbul eine ehemalige Kirche) angesehen haben. Der Abend gehörte wieder dem Fußball und nach einigem Suchen haben wir tatsächlich eine Kneipe gefunden! :)

Die abenteuerlichste Tag folgte darauf: ein Tagesausflug nach Batumi in Georgien. Allein der Busticketkauf war ein Erlebnis. Ich weiß nicht, ob es an den Verständigungsschwierigkeiten liegt oder ob die Busunternehmen ein Interesse daran haben Leute hereinzulegen. Jedenfalls haben wir uns genau nach Hin- und Rückfahrten erkundigt, konnten dann aber plötzlich kein Rückfahrticket mehr kaufen. Alle weigerten sich ausschließlich die Rückfahrt anzubieten. Seltsam...

Es ging dann um halb sieben mit einem Minibus los (recht eng und unbequem), unterwegs fing es irgendwann an zu gewittern (wir waren in T-Shirt und kurzer Hose unterwegs) und schließlich blieben wir kurz vor der Grenze in einem Tunnel liegen. Später sollte sich herausstellen, dass Spritmangel der Grund war. Das automatische Alarmsystem des Tunnels (sehr fortschrittlich) sprang sofort an und forderte über Lautsprecher zum Verlassen des Tunnels auf (jedenfalls nehme ich das an). Der Bus wurde dann kurzerhand aus dem Tunnel geschoben und einer der Busfahrer ließ sich per Anhalter zur nächsten Tankstelle mitnehmen. Eine halbe Stunde später konnte es weiter gehen.
Das nächste Problem ergab sich an der Grenze: Ich bin beim letzten mal per Personalausweis in die Türkei eingereist und hatte aus diesem Grund den Stempel-Zettel. Mit diesem ließ man mich aber nicht ausreisen (warum auch immer). Zunächst hieß es, ich dürfte nicht ausreisen, schlussendlich wurde aber einfach der Ausreisestempel in meinen Reisepass gestempelt. Dies hat mich dann aber beunruhigt, da ich damit einen Ausreisestempel ohne passenden Einreisestempel in meinem Pass hatte. Naja, konnte ich eh nicht mehr ändern. Wir sind dann relativ zügig durch die georgischen Kontrollen gekommen, was man von unserem Bus nicht sagen kann. Über zwei Stunden mussten wir auf ihn warten (bzw. dachten wir das, wir hätten wohl auch einfach einen anderen Bus bzw Dolmus nehmen können).

Am Busbahnhof wollten wir dann unser Rückfahrticket organisieren, was aber überhaupt nicht geklappt hat, da die Busse entweder viel zu früh/spät fuhren oder ausgebucht waren oder nicht existierten. Der Stadtteil um den Busbahnhof war auch schon sehr Indien-like. Wir haben uns dann zu einem Restaurant aus dem Lonely Planet aufgemacht und sind an die schöne Strandpromenade gekommen. Mit wir meine ich in diesem Fall Tobias, mich und einen 18jährigen Iraner, der seit drei Jahren in der Türkei lebt und mal wieder sein Visum erneuern musste.

Fragt mich nicht warum, aber die Straßen im Zentrum sind alles nur Schotterpisten/Baustellen/frisch aufgerissen worden.

Die Stadt Batumi ist ganz nett, im Zentrum sehr reich und gepflegt, in den Randgebieten eher das Gegenteil.

Nun zur Rückfahrt: Wir haben dann gegen Abend einen Dolmus zur Grenze genommen, was auch recht fix ging. Dann kam der beunruhigende Moment mit meinem Pass, aber es ging alles gut. Der Grenzbeamte hat sich zwar mein türkisches Visum (das mittlerweile abgelaufen ist) sehr genau angesehen, aber letztendlich den Stempel reingeknallt. Hätte er meine Stempel gezählt und gesehen, dass ich einmal zu viel ausgereist bin, hätte das bestimmt wieder endlose Diskussionen nach sich gezogen. Jetzt ist aber alles wieder ausgeglichen und ich werde nach Griechenland mit dem Personalausweis ausreisen. Von der türkischen Seite der Grenze gings per Taxi-Dolmus weiter in den nächsten Ort und dann per Bus zurück. Die Busfahrer haben uns natürlich mal wieder krass angelogen (diesmal 100%ig kein sprachliches Kommunikationsproblem) was die Fahrzeit betrifft, die im Endeffekt bei knapp vier statt zwei Stunden lag.

Trotzdem in allem ein sehr interessanter Tagesausflug. Ich weiß nun wo all die deutschen Altautos gelandet sind, die nicht der Abwrackprämie zum Opfer gefallen sind :) In Batumi fahren nicht nur Blumengroßhändler-, sondern auch Gabelstapler-Verleiher oder Klempnerbullis herum. Alle noch mit den deutschen Werbeschriftzügen beklebt. Ein weniger schönes Beispiel war der Schalke-Aufkleber am Heck eines alten Nissan Micra.

Heute war dann nochmal Trabzon angesagt. So fuhren wir zunächst zum Atatürk Köskü, einer Villa, die Atatürk mal gehört hat und nun Museum ist. Anschließend ging es weiter zu einem Teegarten, in den Bergen gelegen und mit tollem Ausblick über Trabzon. Hier habe ich mal wieder die Gastfreundschaft der Türken erlebt, da wir zum Mittagessen der Kellner eingeladen oder besser genötigt wurden :) Sehr lecker.

Jetzt sitze ich im Flugzeug nach Istanbul, von wo aus es in vier Tagen schon in Richtung Deutschland gehen wird.


Trabzon, Batumi

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