Dienstag, 22. Juni 2010

Abschiedsparty, Festival

Es geht dem Ende zu... es heißt es Abschied nehmen von Istanbul...

Doch zuvor noch ein kurzer Lagebericht und eine knappe Zusammenfassung der letzten Tage seit der Rückkehr aus Trabzon.

Freitag hat Tobias und meine Abschiedsparty stattgefunden, die wir passenderweise mit dem Deutschlandspiel verbunden haben. Anschließend ging es ans Wasser, dann nochmals in eine Bar in Taksim und schlussendlich zum Tanzen ins Araf. Richtig schön nochmal viele der netten Menschen zu sehen, die ich in den letzten 10 Monaten kennengelernt habe. Da wird man schon ein wenig wehmütig.

Abschiedsparty

Samstag und Sonntag fand das Festival "Efes One Love" statt mit Bands wie "The Whitest Boy Alive", "The Ting Tings", "Groove Armada", "Wild Beasts" und "Sophie Ellis Bextor", um mal die bekanntesten zu nennen.

Efes One Love Festival

Zudem habe ich noch fleißig an meinem take-home-exam geschrieben, das ich gerade eben abgegeben habe.

Leider habe ich mir, vermutlich durch Klimaanlagen und Luftzug, eine Erkältung zugezogen und konnte am Wochenende nicht sprechen, mittlerweile geht es aber wieder aufwärts.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Trabzon

Berühmt für Fisch, vor allem Hamsi (Sardellen), den Hafen und natürlich den typischen Trabzon-Nasen :)

Montag Nachmittag gings los, mit dem Flugzeug ist man bequem in 1,5 Stunden dort. Der Flughafen liegt schön direkt am Meer. Bei 30 Grad und drückender Schwüle gings auf Zimmersuche: immer schön rauf in den dritten oder vierten Stock und dann wieder raus - da kommt Freude auf. Den Abend haben wir dann bei Bier und Fußball ausklingen lassen.

Zweiter Tag: Das berühmte Kloser Sumela auf 1300 m Höhe in der Nähe von Trabzon ist ein Muss. Wunderschön gelegen und mit einem tollen Ausblick wird man für das Hinauflaufen belohnt. Dabei haben wir einen netten Kanadier kennengelernt, mit dem wir im Anschluss noch die Hauptsehenwürdigkeit Trabzons - die Hagia Sophia (wie in Istanbul eine ehemalige Kirche) angesehen haben. Der Abend gehörte wieder dem Fußball und nach einigem Suchen haben wir tatsächlich eine Kneipe gefunden! :)

Die abenteuerlichste Tag folgte darauf: ein Tagesausflug nach Batumi in Georgien. Allein der Busticketkauf war ein Erlebnis. Ich weiß nicht, ob es an den Verständigungsschwierigkeiten liegt oder ob die Busunternehmen ein Interesse daran haben Leute hereinzulegen. Jedenfalls haben wir uns genau nach Hin- und Rückfahrten erkundigt, konnten dann aber plötzlich kein Rückfahrticket mehr kaufen. Alle weigerten sich ausschließlich die Rückfahrt anzubieten. Seltsam...

Es ging dann um halb sieben mit einem Minibus los (recht eng und unbequem), unterwegs fing es irgendwann an zu gewittern (wir waren in T-Shirt und kurzer Hose unterwegs) und schließlich blieben wir kurz vor der Grenze in einem Tunnel liegen. Später sollte sich herausstellen, dass Spritmangel der Grund war. Das automatische Alarmsystem des Tunnels (sehr fortschrittlich) sprang sofort an und forderte über Lautsprecher zum Verlassen des Tunnels auf (jedenfalls nehme ich das an). Der Bus wurde dann kurzerhand aus dem Tunnel geschoben und einer der Busfahrer ließ sich per Anhalter zur nächsten Tankstelle mitnehmen. Eine halbe Stunde später konnte es weiter gehen.
Das nächste Problem ergab sich an der Grenze: Ich bin beim letzten mal per Personalausweis in die Türkei eingereist und hatte aus diesem Grund den Stempel-Zettel. Mit diesem ließ man mich aber nicht ausreisen (warum auch immer). Zunächst hieß es, ich dürfte nicht ausreisen, schlussendlich wurde aber einfach der Ausreisestempel in meinen Reisepass gestempelt. Dies hat mich dann aber beunruhigt, da ich damit einen Ausreisestempel ohne passenden Einreisestempel in meinem Pass hatte. Naja, konnte ich eh nicht mehr ändern. Wir sind dann relativ zügig durch die georgischen Kontrollen gekommen, was man von unserem Bus nicht sagen kann. Über zwei Stunden mussten wir auf ihn warten (bzw. dachten wir das, wir hätten wohl auch einfach einen anderen Bus bzw Dolmus nehmen können).

Am Busbahnhof wollten wir dann unser Rückfahrticket organisieren, was aber überhaupt nicht geklappt hat, da die Busse entweder viel zu früh/spät fuhren oder ausgebucht waren oder nicht existierten. Der Stadtteil um den Busbahnhof war auch schon sehr Indien-like. Wir haben uns dann zu einem Restaurant aus dem Lonely Planet aufgemacht und sind an die schöne Strandpromenade gekommen. Mit wir meine ich in diesem Fall Tobias, mich und einen 18jährigen Iraner, der seit drei Jahren in der Türkei lebt und mal wieder sein Visum erneuern musste.

Fragt mich nicht warum, aber die Straßen im Zentrum sind alles nur Schotterpisten/Baustellen/frisch aufgerissen worden.

Die Stadt Batumi ist ganz nett, im Zentrum sehr reich und gepflegt, in den Randgebieten eher das Gegenteil.

Nun zur Rückfahrt: Wir haben dann gegen Abend einen Dolmus zur Grenze genommen, was auch recht fix ging. Dann kam der beunruhigende Moment mit meinem Pass, aber es ging alles gut. Der Grenzbeamte hat sich zwar mein türkisches Visum (das mittlerweile abgelaufen ist) sehr genau angesehen, aber letztendlich den Stempel reingeknallt. Hätte er meine Stempel gezählt und gesehen, dass ich einmal zu viel ausgereist bin, hätte das bestimmt wieder endlose Diskussionen nach sich gezogen. Jetzt ist aber alles wieder ausgeglichen und ich werde nach Griechenland mit dem Personalausweis ausreisen. Von der türkischen Seite der Grenze gings per Taxi-Dolmus weiter in den nächsten Ort und dann per Bus zurück. Die Busfahrer haben uns natürlich mal wieder krass angelogen (diesmal 100%ig kein sprachliches Kommunikationsproblem) was die Fahrzeit betrifft, die im Endeffekt bei knapp vier statt zwei Stunden lag.

Trotzdem in allem ein sehr interessanter Tagesausflug. Ich weiß nun wo all die deutschen Altautos gelandet sind, die nicht der Abwrackprämie zum Opfer gefallen sind :) In Batumi fahren nicht nur Blumengroßhändler-, sondern auch Gabelstapler-Verleiher oder Klempnerbullis herum. Alle noch mit den deutschen Werbeschriftzügen beklebt. Ein weniger schönes Beispiel war der Schalke-Aufkleber am Heck eines alten Nissan Micra.

Heute war dann nochmal Trabzon angesagt. So fuhren wir zunächst zum Atatürk Köskü, einer Villa, die Atatürk mal gehört hat und nun Museum ist. Anschließend ging es weiter zu einem Teegarten, in den Bergen gelegen und mit tollem Ausblick über Trabzon. Hier habe ich mal wieder die Gastfreundschaft der Türken erlebt, da wir zum Mittagessen der Kellner eingeladen oder besser genötigt wurden :) Sehr lecker.

Jetzt sitze ich im Flugzeug nach Istanbul, von wo aus es in vier Tagen schon in Richtung Deutschland gehen wird.


Trabzon, Batumi

Montag, 7. Juni 2010

Amasra & Safranbolu

Das Premierenwochenende: Erstmals in der Türkei Auto gefahren, erstmals auf der Autobahn rechts überholt (mehrfach), erstmals mit dem Auto-Unterboden aufgesetzt (gleich dreimal) und erstmalig wurde mein Fahrstil mit dem der Istanbuler Taxifahrer verglichen. Aber keine Chance, man muss sich dem Fahrstil der anderen ja anpassen :)

Mit dem Mietwagen ging es 500 km in nord-westliche Richtung ins kleine Städtchen Safranbolu. Seit 1994 Weltkulturerbestadt dank der gut erhaltenen osmanischen Häuser. Allerdings touristisch auch sehr bekannt und aus diesem Grund von Andenkenläden geprägt und Busreisegruppen bevölkert. Dennoch haben wir dort schöne drei Stunden verbracht und uns durch die Stadt treiben lassen.
Von dort aus sind wir ans schwarze Meer gefahren (teilweise über Schotterpisten) und haben dort direkt den Strand aufgesucht - herrlich nach der langen Fahrt. Amasra ist laut Reiseführer die schönste Stadt am Schwarzen Meer, was ich aufgrund mangelnder Erfahrung auch nicht abstreiten kann. Zwei schöne Buchten, eine alte Zitadelle und die Steilküste drumherum haben schon ihren Reiz.
Abends waren wir Fisch essen, am nächsten Morgen nochmals am Strand frühstücken und dann ging es auch schon wieder zurück.
 

Safranbolu, Amasra auf einer größeren Karte anzeigen


Safranbolu, Amasra

Sonnenuntergang in Kadiköy/Moda



Freitag, 28. Mai 2010

Der Stadtstrand von Istanbul...

...befindet sich in Şile, etwa 70 km außerhalb von Istanbul am schwarzen Meer. Mit dem Bus ist man in zwei Stunden dort und kann sich von der Hektik Istanbuls erholen. Gestern war auch nicht viel los und man konnte sich die Massen, die sich dort am Wochenende Handtuch an Handtuch liegen nur schwer vorstellen. Das Wasser war herrlich klar, wenngleich ein wenig kalt. Die Außentemperatur mit annähernd 30 Grad hat es aber sehr erträglich gemacht. Als nächstes muss ich das Pendant in Europa - Kilyos - noch testen.

Şile

klassisches Konzert in der Hagia Irene

Der Kirchenbau der Hagia Irene liegt im Schatten der großen Schwester der Hagia Sophia. Im Gegensatz zu dieser wurde sie aber nie in eine Moschee umgewandelt, sondern überlebte als Kirchenbau innerhalb der Mauern des Topkapı-Palastes. Nur zu besonderen Gelegenheiten kommt man in den Genuss einen Blick ins Innere zu werfen. Mittwoch war dieser Moment gekommen: Der Unichor der Boğazici-Universität bot eine starke Performance. Dabei kam der gute Klang der Kirche voll zur Geltung.

Hagia Irene - Konzert

Montag, 24. Mai 2010

arabischer Abend

Gestern abend war ich im Nobelviertel Nisantasi arabisch essen. Aber nicht in einem der schicken Restaurants, sondern privat bei einem kroatischen Kollegen aus dem Sprachkurs, den ich ganz zu Beginn meines Aufenthaltes, also vor sieben Monaten, kennengelernt habe.

Einer seiner Mitbewohner ist Araber und hat mit einigen arabischen Freunden ein tolles Essen gezaubert.
Anwesend waren zudem ein Englisch-Ägyper, eine Israelisch-Holländerin, eine Russisch-Kanadierin, Tobias und seine türkische Mitbewohnerin Nilüfer. Zusammen mit allen doppelten Staatbürgerschaften mindestens elf Nationen bei neun anwesenden Personen: das nenne ich interkulturell! Es gab dabei ein herrliches Sprachgemisch in Arabisch, Türkisch und Englisch :)

Traditionsgemäß haben wir das Essen auf dem Teppich eingenommen und statt Besteck die Hände genutzt.