Gestern in Chandigarh/Panchkula (ist der Nachbarort, in dem Isa wohnt) ist gleich mal der Riesenunterschied zu Delhi und scheinbar zum Rest Indiens aufgefallen: Die Stadt ist viel grüner, die Straßen breiter und überall ist viel Platz (die Häuser stehen nicht direkt an der Straße, sondern zurückgesetzt).
Isa wohnt mit ihren 7 Mitbewohnerinnen und einem Mitbewohner in einer ganz netten Wohnung. Trotzdem sind ganz schön viele Leute auf kleinem Raum untergebracht, so dass auch im Wohnzimmer die Feldbetten stehen. Auf warmes Wasser muss man meist verzichten, ebenso auf eine Waschmaschine. Stromausfälle sind an der Tagesordnung und es kann auch mal passieren, dass kein Wasser aus der Leitung kommt.
Zunächst hat Isabell mir die Nachbarschaft gezeigt: sehr hübsche Häuser des Mittelstandes, ein netter Platz mit vielen Geschäften und den Kühen am Straßenrand. Ebenfalls am Straßenrand: Friseure, Ärzte etc., die dort ihre Dienstleistungen anbieten.
Zur Stadterkundung sind wir mit der Fahrradrikscha in Richtung Isabells Büro gefahren und haben dort in der Nähe zu Mittag gegessen - chinesisch, sehr lecker. Nettes Detail: Nach dem Essen wurde ein kleiner Teller mit Gewürzen gereicht, mit denen man seinen Atem erfrischen kann.
Ein kleines armes Kind haben wir glücklich gemacht, indem wir ein Trinkpäckchen Orangensaft verschenkt haben.
Als erstes stand dann der Einkaufssektor auf dem Plan: ein großer, großer Platz mit allen möglichen Geschäften (Adidas, United Colors of Benetton etc.), die wohl eher von der gehobenen Mittelschicht und Oberschicht besucht werden. Einige Male wurden wir dabei von bettelnden Frauen ziemlich aufdringlich begrapscht. Kein schönes Gefühl.
In einem Café haben wir uns dann noch mit einigen Indern zusammen fotografieren lassen, für die Isabell mit den blonden Haaren wohl wirklich eine Attraktion ist. Auch sonst drehen sich immer wieder Leute um oder machen Fotos.
Weiter gings zum Rock Garden - der Attraktion Chandigarhs - auf 10 ha ist ein sehr interessanter Park entstanden, der größtenteils durch Müll gestaltet wurde: zerbrochene Teller oder Steckdosen. Weiterhin gibt es einige Wasserfälle und viele interessante Skulpturen. Alles sehr nett anzusehen.
Zuletzt haben wir uns noch den Sukhna-See angesehen: ganz schön, man kann Tretboot fahren oder einfach am Ufer entlangspazieren.
Abends gings dann mit den AIESECern in eine Nudelbar. Es gab leckere Spaghetti, die etwas indisch gewürzt waren und indisches Kingfisher-Bier.
Inder stehen wohl sehr auf Kautabak, wird hier allenthalben auf die Straße gespuckt. Gerade habe ich aber auch gelesen, dass Zigaretten in Chandigarh verboten sein sollen.
Bemerkenswert ist, dass hier fast alles Rikschas mit Auto-Gas fahren und somit relativ sauber sind. Auch sonst ist viel weniger Dreck in der Luft als in Delhi.
Ich sitze jetzt zuhause während alle anderen arbeiten. Gleich werde ich Wäsche waschen und einkaufen, bevor ich mich mit Isabell zum Mittagessen treffe.