Samstag, 8. Mai 2010

Hamam oder auch: Knochenbrecher an der Arbeit

Nach dem anstregenden Palastbesuch wollte ich mir etwas Entspannung gönnen und das erste Mal ein türkisches Hamam aufsuchen.

Also rein ins von Mimar Sinan im 17 Jahrhundert gebaute Gebäude. Badelatschen an- und den Rest der Kleidung ausziehen. Dann den Lendenschurz (Küchentuch) anlegen und ab unter die Dusche.

Anschließend geht es in den eigentlichen Hamambereich, den man sich so vorstellen kann (Bild vom Cagaloglu Hamam in Istanbul):


In diesem Hamam gibt sogar eine Sauna, in der ich auf den Masseur warte. Der kommt, nimmt mich mit und wäscht mich zum ersten Mal in meinem Leben richtig. Es ist schon ein sonderbares Gefühl die eigenen Hautschuppen im Abfluss verschwinden zu sehen. Unglaublich, was sich da für ein Dreck über die Jahre angesammelt hat :)

Hiernach folgt die "Massage". Erster Tipp: Muskeln während des Massierens nicht anspannen. Problem: Leichter gesagt als getan. Zweiter Tipp: Böses Lachen den Bademeisters ignorieren. Problem: Leichter gesagt als getan.

Die Massage dient wohl ausschließlich zum Testen der Beweglichkeit des Badegastes (Arm hoch, Arm runter, Arme verschränken. Gesamtes Gewicht des Bademeisters auf den verschränkten Armen. Klatsch. Mit der flachen Hand auf den Oberschenkel gehauen. Klatsch, gleich nochmal. Klatsch, auch auf den Rücken. Beine verschränken, selbe Prozedur...) und zum Einrenken aller im Körper befindlichen Muskeln.

Der gepeinigte Gast wird nun noch gewaschen. Empfehlung des Bademeisters: "Augen zulassen!". Eine recht angenehme Kopfmassage wird durch abermaliges Hin- und Her-zerren der Arme und Beine unterbrochen. Der Schaum beißt in den Augen. Der Schaum bedeckt Nase und Mund und macht das Atmen schwer. Doch zack, kommt schon der Schwall kaltes Wasser und wäscht den Schaum wieder ab. Jetzt fühle ich mich gleich fünf Jahre älter.

Der Bademeister gibt mir die Hand und gibt mir zu verstehen ich solle meinen Lendenschurz wechseln. Doch ich denke nicht daran jetzt schon wieder zu gehen. Nein, so schnell bin ich nicht kleinzukriegen. Also nochmal rein in den Baderaum und auf die heiße, runde Liegefläche. Anschließend nochmal in die Sauna und dann nach einer Dusche zurück in meine Kabine. Dort werde ich fachgerecht in Handtücher gewickelt und lege mich auf die Liege. Nun heißt es entspannen:


Ich denke ich werde wiederkommen...bald.

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