Samstag, 31. Oktober 2009

Fotos aus Izmir

Urlaub Izmir Andreas

Grüße aus Izmir

Nachdem ich lange keinen Eintrag mehr geschrieben habe, wiederhole ich kurz, was letzte Woche passiert ist:

Am Montag bin ich zweimal umsonst zur Uni gefahren, da zunächst bekanntgegeben wurde, dass unser Türkischkurs abgesagt ist und nachmittags auch noch die zweite Vorlesung ausgefallen ist. Die endgültige Absage des Fortgeschrittenenkurses in Türkisch ist sehr schade. Zwar versuche ich derzeit Kontakt zu der Sprachschule herzustellen, wo ich den ersten Kurs wegen des Unistarts nicht vollenden konnte, aber das Ergebnis steht noch in den Sternen.

Wie angekündigt sind Tobias und ich am Mittwoch nach Izmir geflogen, wo wir ein paar Tage Kultururlaub machen. Nach der Ankunft haben wir Donnerstags die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Izmirs angeschaut und dabei die Parade zum Republikfest gesehen (viel Militär, Kampfjets und Hubschrauber gehörten dazu). Dank einiger Insider-Tips eines Freundes, der aus Izmir stammt, haben wir sehr leckere Köfte (Fleischbällchen) gegessen und einige schöne Ecken Izmirs gesehen.
Der große Kontrast wurde dann jedoch deutlich als wir zu einer Ruine auf einen der Berge Izmirs gefahren sind, von wo aus man einen grandiosen Blick auf die Stadt hat. Die Stadtviertel rundherum sind allerdings sehr arm, so dass man sich dort als Tourist nicht nur etwas unwohl fühlt, sondern auch nicht recht weiß, wie man sich benehmen soll. Ein etwas beklemmendes Gefühl.
Schön war abends das gratis-Konzert zum Republikfest von Funda Arar, wovon wir einige Lieder gehört haben.



Nach den langen Laufstrecken waren wir abends jedoch geschafft und müde.
Am Donnerstag ließen wir es uns nicht nehmen den berühmten Ort Bergama zu besichten, wo sich die historische Stätte Pergamon befindet. Mit dem Fernreisebus ging es zwei Stunden lang durch eine Landschaft, die durch Olivenbäume geprägt ist, zum Ziel. Leider sind die größten Schätze in deutschen und anderen europäischen Museen gelandet, aber trotzdem sind die vorhandenen Ruinen beeindruckend.

Fotos werden folgen...

Heute geht es dann weiter nach Ephesus.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Rückfahrt Izmir, Jazz und mehr

Gestern abend hat die groß angekündigte Erasmus-Willkommensparty im europäischen Bahnhof mit über 2.000 Personen stattgefunden. Die Atmosphäre und Räumlichkeiten waren auch sehr genial, die Musik aber leider viel zu laut und die beiden Bierzapfhähne für die Menschenmenge zu wenig. Trotzdem hat es Spaß gemacht, ich habe viele Leute von den verschiedenen Unis getroffen, die ich teilweise schon kannte und teilweise auch nicht.

Heute wurde die Rückfahrt von Izmir nach Istanbul gebucht - 8,5 Stunden im Bus zu dem gleichen Preis wie für den Hinflug (ca 25 €). Leider gab es für den Sonntag keinen günstigen Flug mehr. Ursprünglich wollten wir statt dem Bus mit einer Kombination aus Fähre und Bahn fahren, da dies wohl etwas schneller und bequemer sein soll. Der entsprechende Zug wurde jedoch für den Tag gecancelt, so dass wir schon am Sonntag Morgen hätten fahren müssen, was wir nicht wollten. Um dies herauszufinden, sind Tobias und ich erst zum asiatischen Bahnhof Haydarpaşa gelaufen, wo wir zum europäischen Bahnhof Sirkeci verwiesen wurden und dann erfuhren, dass es den Zug nicht gibt. Das Ganze hat uns zwei Stunden des Nachmittags gekostet. Jedoch habe ich dann gleich noch die Reservierung des Nachtzugs nach Sofia erfragt, die erstaunlicherweise jetzt schon buchbar und sehr günstig ist. Mal schauen, ob ich in Istanbul auch die restlichen Reservierungen für das Interrailticket bekommen, denn dann könnte ich den Umweg über das deutsche Reisebüro sparen.

Wir werden am Mittwoch gegen 15 Uhr in Istanbul losfliegen und nach einer Stunde in Izmir landen und am Sonntag dann um 16 Uhr nach Istanbul losfahren.

Heute Abend waren wir nun endlich beim Jazzfestival und haben Marilyn Mazur, eine großartige, experimentelle Percussion-Spielerin mit Gitarren und Saxophonbegleitung gesehen. Das ganze hat im Cemal Reşit Rey Konser Salonu stattgefunden, einem Theater in der Nähe des Maçka-Parks bzw. des Beşiktaş-Stadions.

Freitag, 23. Oktober 2009

kurzfristiger Urlaub

Leider hat das Konzert gestern ohne mich stattgefunden, da es schon ausverkauft war. Stattdessen haben Tobias und ich uns den James Bond - "From Russia with love" angesehen, der in Istanbul spielt.

Auch der erste Film des Festivals heute war eher mäßig, da er auf bulgarisch! mit türkischen Untertiteln war. Ich habe allerdings gut geschlafen :)
Die beiden folgenden Filme waren aber richtig gut. Der erste anstregend, der zweite unterhaltend.

Tobias und ich werden nächste Woche Mittwoch nach Izmir fliegen, da Donnerstag Feiertag (Gründungstag der Republik) ist und wir somit frei haben. Von dort aus wollen wir nicht nur den Strand, sondern auch Ephesus und Bergama ansehen. Sonntags gehts dann wieder zurück. Bisher ist aber erst der Hinflug und das Hotel fest gebucht. Zurück werden wir entweder auch fliegen oder aber einen der Fernreisebusse nehmen.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Indien - ich komme!

Diese Woche steht wieder mal ganz im Zeichen der Kultur: Gestern nochmal in der Istanbul Bienal gewesen und türkische Film-Empfehlungen von Mete besorgt. Heute gehen wir zum Filmfestival (Eden is West), dann zur Uni und danach vermutlich zum Jazzfestival, wo heute folgende Sängerin auftritt:



Morgen werde ich dann gleich drei Filme des Filmfestivals direkt hintereinander schauen - von 11 bis ca 18 Uhr (Eastern Plays, Five Minutes of Heaven und The Informant). Im Anschluss startet dann die größte Erasmusparty Istanbuls im europäischen Bahnhof Sirkeci.

Am Wochenende muss ich dann mal Hausaufgaben und meine erste Hausarbeit für die Uni erledigen.

Gerade habe ich endgültig meinen Flug nach Indien mit Emirates gebucht:

Abflug 27.11.2009 um 15:35 ab Istanbul
Ankunft 27.11.2009 um 21:40 in Dubai

Zwischenübernachtung und kurze Citytour

Abflug 15:35 ab Dubai
Ankunft 20:10 in Delhi


Abflug 10:45 ab Delhi
Ankunft 13:05 in Dubai
Abflug 14:50 ab Dubai
Ankunft 17:40 in Istanbul

Dienstag, 20. Oktober 2009

Salı Pazarı

Heute sınd Tobias und ich mal etwas eher aus der Consumer Behavior Vorlesung verschwunden um zum größten Basar auf der asiatischen Seite Istanbuls zu fahren. Dieser findet jeden Dienstag statt, ersteckt sich über 39.000 qm und verursacht jede Woche 22 Tonnen Abfall für die Reinigungsbetriebe am Abend.
Die hunderte Stände mit Gemüse, Obst und Kleidung boten eine wirklich beeindruckende Kulisse. Die Touristen hielten sich in Grenzen und die Preise waren so gut, dass ich mir gleich mal einen Pullover gekauft habe.
Leider hatte ich die Kamera nicht dabei und musste auf mein Handy ausweichen - die Ergebnisse könnt ihr auf dem unten dargestellten Link bewundern.

Salı Pazarı

Sonntag, 18. Oktober 2009

So viel passiert...

Heute habe ich Mama und Papa verabschiedet, die morgen wieder nach Hause fliegen werden. Durch die Erfahrung ihres Besuchs bereichert, ist mir nun bewusst, dass 7-10 Tage die optimale Verweildauer in Istanbul darstellen um einen Gesamteindruck zu gewinnen und die wichtigsten touristischen Highlights sehen zu können. Jedoch sollte dabei unbedingt das Wetter mitspielen - so wie heute, wo wir nach Ortaköy (europäische Seite, unterhalb der ersten Brücke) gefahren sind um dort den sehr bekannten Kumpir (gefüllte Kartoffel) zu essen. Im Anschluss sind wir mit dem Bus noch ein Stück am europäischen Ufer entlanggefahren, wo man sehr schön spazieren gehen kann und einen tollen Blick auf den Bosporus genießt.

Vor den genannten Unternehmungen hatten Tobias und ich schon unser heutiges Kulturprogramm absolviert. Derzeit findet in Istanbul ein Filmfestival statt, für das wir uns gleich für fünf Filme Tickets gekauft haben. Alle gezeigten Filme haben im letzten oder diesem Jahr einen Filmpreis gewonnen und liefen noch nicht im Kino. Heute haben wir "Capitalism" von Michael Moore gesehen. Sicherlich kein objektiver Film, aber dennoch sehr interessant.

Zum verkehrschaos hat heute der Istanbuler Marathon geführt (weltweit einziger Zwei-Kontinent-Marathon), der zu vielen Straßensperren und Ausfall von Bussen und Bahnen gesorgt hat. Zum Glück war aber nachmittags alles wieder einigermaßen zufriedenstellend - für ordnungsliebende Deutsche ;)

Gestern mussten Tobias und ich schon schweren Herzens Mete Lebewohl sagen, da in Karlsruhe morgen die Uni wieder beginnt. Den Abend haben wir mit reichlich Bier und vielen Freunden Metes ausgiebig genossen.

Nächsten Freitag wird hier in Istanbul eine der größten Partys steigen: eine Erasmusparty von über 10 verschiedenen Unis im europäischen Bahnhof. Wir haben uns mal karten besorgt und sind gespannt.

Eher traurig war letzte Woche das leise Ausscheiden der Türkei aus der Quali zur Fußball-WM-2010. Es tut mir auch sehr Leid, da die Türkei bei der EM für spannende Spiele gesorgt hatte.

Zum Thema "Tobias und Andreas erkunden die Kultur in Istanbul" gehörte am Freitag der Besuch der Biennale hier in Istanbul (temporäre, internationale, moderne Kunstausstellung). Im Vergleich zur Istanbul Modern habe ich noch weniger verstanden, war aber von einigen Exponaten sehr positiv überrascht und angetan. Jedoch sind aus meiner Sicht heraus zu viele Filme vorhanden, für die man zu viel zeit aufwenden muss.

Letzter Punkt vorm Schlafengehen: Ich habe einen Tisch ergattert. Was für einen Tisch? Ganz einfach: Für die Sperrung der A40 im nächsten Sommer im Rahmen Ruhr2010 - Kulturhauptstadt Europa. Einen Tag wird zwischen Dortmund und Duisburg die A40 gesperrt und mit Tischen eine lange Tafel gebildet. Dort soll ein riesiges Autobahn-Straßenfest stattfinden. Ein Tisch bei Essen-Frillendorf für 8 Personen ist jetzt meiner. Leider sind - typisch deutsch - zahlreiche Regeln aufgestellt: Kein Feuer, kein Müll, keine Flaschen... Muss mir jetzt was ausdenken, was an dem Tisch stattfinden soll. Weitere Infos gibts hier.