Heute habe ich Mama und Papa verabschiedet, die morgen wieder nach Hause fliegen werden. Durch die Erfahrung ihres Besuchs bereichert, ist mir nun bewusst, dass 7-10 Tage die optimale Verweildauer in Istanbul darstellen um einen Gesamteindruck zu gewinnen und die wichtigsten touristischen Highlights sehen zu können. Jedoch sollte dabei unbedingt das Wetter mitspielen - so wie heute, wo wir nach Ortaköy (europäische Seite, unterhalb der ersten Brücke) gefahren sind um dort den sehr bekannten Kumpir (gefüllte Kartoffel) zu essen. Im Anschluss sind wir mit dem Bus noch ein Stück am europäischen Ufer entlanggefahren, wo man sehr schön spazieren gehen kann und einen tollen Blick auf den Bosporus genießt.
Vor den genannten Unternehmungen hatten Tobias und ich schon unser heutiges Kulturprogramm absolviert. Derzeit findet in Istanbul ein Filmfestival statt, für das wir uns gleich für fünf Filme Tickets gekauft haben. Alle gezeigten Filme haben im letzten oder diesem Jahr einen Filmpreis gewonnen und liefen noch nicht im Kino. Heute haben wir "Capitalism" von Michael Moore gesehen. Sicherlich kein objektiver Film, aber dennoch sehr interessant.
Zum verkehrschaos hat heute der Istanbuler Marathon geführt (weltweit einziger Zwei-Kontinent-Marathon), der zu vielen Straßensperren und Ausfall von Bussen und Bahnen gesorgt hat. Zum Glück war aber nachmittags alles wieder einigermaßen zufriedenstellend - für ordnungsliebende Deutsche ;)
Gestern mussten Tobias und ich schon schweren Herzens Mete Lebewohl sagen, da in Karlsruhe morgen die Uni wieder beginnt. Den Abend haben wir mit reichlich Bier und vielen Freunden Metes ausgiebig genossen.
Nächsten Freitag wird hier in Istanbul eine der größten Partys steigen: eine Erasmusparty von über 10 verschiedenen Unis im europäischen Bahnhof. Wir haben uns mal karten besorgt und sind gespannt.
Eher traurig war letzte Woche das leise Ausscheiden der Türkei aus der Quali zur Fußball-WM-2010. Es tut mir auch sehr Leid, da die Türkei bei der EM für spannende Spiele gesorgt hatte.
Zum Thema "Tobias und Andreas erkunden die Kultur in Istanbul" gehörte am Freitag der Besuch der Biennale hier in Istanbul (temporäre, internationale, moderne Kunstausstellung). Im Vergleich zur Istanbul Modern habe ich noch weniger verstanden, war aber von einigen Exponaten sehr positiv überrascht und angetan. Jedoch sind aus meiner Sicht heraus zu viele Filme vorhanden, für die man zu viel zeit aufwenden muss.
Letzter Punkt vorm Schlafengehen: Ich habe einen Tisch ergattert. Was für einen Tisch? Ganz einfach: Für die Sperrung der A40 im nächsten Sommer im Rahmen Ruhr2010 - Kulturhauptstadt Europa. Einen Tag wird zwischen Dortmund und Duisburg die A40 gesperrt und mit Tischen eine lange Tafel gebildet. Dort soll ein riesiges Autobahn-Straßenfest stattfinden. Ein Tisch bei Essen-Frillendorf für 8 Personen ist jetzt meiner. Leider sind - typisch deutsch - zahlreiche Regeln aufgestellt: Kein Feuer, kein Müll, keine Flaschen... Muss mir jetzt was ausdenken, was an dem Tisch stattfinden soll. Weitere Infos gibts
hier.